Die Rockoper Hamlet ist Ende September in Kornwestheim zu sehen. Foto: Stadt Kornwestheim

„Das Thema Kultur ist uns sehr wichtig“, betont Kornwestheims OB Nico Lauxmann bei der Vorstellung des Jahresprogramms im „K“. Auch viele Besucher aus dem Umland dürfte das freuen.

Tatsächlich machen sich die Haushaltskürzungen der Stadt im neuen Spielplan des Kulturzentrums „K“ in Kornwestheim nur wenig bemerkbar. Statt 39 Veranstaltungen, die in der vergangenen Saison stattgefunden haben, werden es in der kommenden Spielsaison 33 sein. Der gesamte „Kulturkosmos“ – so das Motto der neuen Spielzeit – findet sich in allen bewährten Sparten Theater, Literatur, Konzerte und Shows, Kabarett und Comedy sowie Kindertheater wieder.

 

Das Geheimnis des Erfolges? Sicher zum großen Teil die sehr gute Auslastung. 77 Prozent Gesamtauslastung waren 2025/26 zu verzeichnen – ein Wert, mit dem andere Häuser ebenfalls sehr glücklich wären. Besonders beachtlich: die 90 Prozent Auslastung bei den Theaterveranstaltungen. „Andere Häuser gehen mehr und mehr dazu über, die Theatersparte aus ihrem Angebot zu streichen“, berichtet Stefanie Bayer vom Kulturmanagement der Stadt.

Nicht so in Kornwestheim. Auch in der kommenden Saison können sich die Besucher auf bekannte Schauspieler-Namen wie Hardy Krüger jun., Samuel Finzi und Herbert Knaup freuen. Aufführungen der Badischen und der Württembergischen Landesbühne sowie des Landestheaters Württemberg-Hohenzollern versprechen hohe Qualität.

Publikum hält dem Haus die Treue

„Wir haben ein treues Stammpublikum“, freut sich Stefanie Bayer. 53 Prozent Auslastung der Vorstellungen durch Abonnenten in der vergangenen Saison haben den Planenden Sicherheit für das Kommende gegeben, auch wenn sich das Buchungsverhalten hin zu mehr Einzelbuchungen geändert hat. Auch da sei Kornwestheim kein Einzelfall, so Bayer. Von den Theater-Abonnenten kamen immerhin 43 Prozent aus der ganzen Region, von Heilbronn bis Böblingen und von Mühlacker bis Marbach. Im Kinder-Abo II für die Sechs- bis Zehnjährigen kamen sogar mit einem Anteil von 58 Prozent die Mehrzahl der Abonnenten aus dem Umland.

Das Kulturmanagement der Stadt ist Künstlern und Agenturen freundschaftlich verbunden, so dass es den hiesigen Verantwortlichen gelingt, große Namen aus Musik und Comedy wie das Echo-preisgekrönte Damen-Quartett Salut Salon oder das berühmte Fräulein Wommy Wonder in die Stadt zwischen Stuttgart und Ludwigsburg zu holen. Als Salut Salon kurz nach Eröffnung des K zu ihrem ersten umjubelten Auftritt gastierten, waren sie noch ein Geheimtipp. Inzwischen können sich die Veranstalter glücklich schätzen, die sie für ein Konzert buchen können. Fräulein Wommy Wonder hat sich gern an ihre Auftritte im früheren Kulturhaus Ende der 1990er Jahre erinnert und ist heuer gleich bei zwei Auftritten zu erleben.

Kostenloses Parken ist ein Pluspunkt

Mittlerweile sind Veranstaltungen im K-Musikprogramm in Kulturveranstaltungen der Region eingebunden. So wird zum Beispiel am 3. April 2027 die Pre-Session zur „About Pop“ des Pop-Büros Region Stuttgart im K stattfinden. Finanzieller Vorteil für die hiesigen Veranstalter: das Pop-Büro übernimmt die Hälfte der Honorare für die Künstler.

Das „Bunte Treiben im Kulturkarree“ trifft auf großes Interesse. Foto: Stadt Kornwestheim

Das niederschwellige Erfolgsformat „Buntes Treiben im Kulturkarree“, das letztes Jahr 2000, teilweise auch weniger kulturaffine Menschen, auf den Marktplatz lockte und sich zunehmend bei Künstlern als attraktive Open-Air-Auftrittsmöglichkeit herumspricht, ist Ende September Teil des Festivals „Beyond Fun“ der Kulturregion Stuttgart 2026.

Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt der Veranstaltungen im K liegt unter der Erde. „Wir werden immer wieder von Auswärtigen gefragt, wo denn die Kassenautomaten für unser Parkhaus sind“, sagt Pressesprecherin Sandra Schuon lachend. Die Fragenden seien dann immer sehr erstaunt zu erfahren, dass dort gratis geparkt werden kann.