Die Oper gehört zu den Einrichtungen, die Stuttgarts Rang als Kulturstadt ausmachen Foto: dpa

Die Europäische Kulturhauptstadt 2025 wird sicher nicht Stuttgart heißen. Der Gemeinderat hat die Idee einer Bewerbung endgültig aufgegeben. Man will sich nicht verzetteln.

Stuttgart - Nach dem Kulturausschuss ­haben am Mittwoch auch die Mitglieder des Verwaltungsausschusses den Daumen gesenkt. Die Stadträte entschieden sich gegen eine Stuttgarter Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025.

Es war der letzte Akt. Um Weihnachten 2014 hatte der Ludwigsburger OB Werner Spec eine regionale Gemeinschaftsaktion angeregt. Danach prüfte Stuttgarts Verwaltung das Thema. Vor ein paar Wochen verständigten sich die Fraktionen und Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne) auf den Verzicht.

Das wurde nun formal besiegelt. Tenor der diskutierten Mitteilungsvorlage: Nach dem Ja zur Bewerbung müsste die Stadt bis zu 100 Millionen Euro ausgeben und würde im Erfolgsfall nur 1,5 Millionen von der Europäischen Union zurückbekommen. Aber für einen Erfolg seien die Voraussetzungen schlecht: Die Stadt müsste in kulturelle Leuchtturmprojekte investieren, habe im Kulturbereich in den nächsten Jahren aber schon viele kostspielige Sanierungsprojekte vor sich. Flächen für neue Einrichtungen gäbe es nur im Rosensteinviertel von Stuttgart 21. Dort könnten die Bauten bis 2015 aber nicht fertig sein.

Im Ausschuss betonte Kuhn, das sei „keine kulturresignative Botschaft“ und „keine Absage an die regionale Kooperation“. Man wolle sich nicht verzetteln, vielmehr mit Investitionen in Bestehendes in die Offensive gehen. Im Übrigen habe er veranlasst, die vor Jahren eingestellten Zahlungen an die Kulturregion Stuttgart wieder aufzunehmen.

Für eine Bewerbung erwärmte sich nur die SPD. Stuttgart hätte auch ohne neue Kulturprojekte mit dem großartigen Bestand gute Chancen, meinte sie. Die anderen Fraktionen meinten, den Kulturtreibenden sei mit der Konzentration der Kulturförderung auf Bestehendes besser gedient. SÖS/Linke-plus beanspruchten einen anderen Kulturbegriff für sich als den der repräsentativen Kultur. Fördergelder sollten nicht nur in Gebäude gesteckt werden, sondern auch Künstlern direkt zugutekommen.

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