Das Puppenspiel „Der verzauberte Kalif“ präsentierte das Kinderhaus Don Bosco. Foto:  

Rührige Südländer sind in Göppingen mit dem Kulturpreis ausgezeichnet worden – und in der Kulturnacht wird bis in die Puppen gefeiert

Göppingen - Wenn in den Göppinger Bussen Jazz und Pop ertönen und die Fahrgäste mit Poetry Slam unterhalten werden, ist wieder Kulturnacht. Zum achten Mal hatten die Kulturschaffenden an diesmal 27 Orten ein abwechslungsreiches Programm am Samstag von 19 bis 1 Uhr aufgeboten.

Der Italienische Elternverein wird geehrt

Den diesjährigen Kulturpreis des Stadtverbandes Kultur überreichte zum Auftakt des Abends der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till (CDU) an Lucia D‘Amaro und Carlo Simonte vom Italienischen Elternverein. Seit 1996 vertritt der Verein die Interessen und Anliegen seiner Landsleute und organisiert unter anderem Deutschkurse und Spendenaktionen. Der Verein habe interkulturelle Feste mit Vereinen aus anderen Kulturen und mit anderen Religionen initiiert. Dieses engagierte Zugehen auf andere Vereine sei Beispiel gebend und bereichernd für die kulturelle Landschaft Göppingens, „das verdient unseren Applaus“. lobte Till. Als Höhepunkte bezeichnete der Oberbürgermeister den beliebten italienischen Silvesterball sowie den Faschingsball, zu denen traditionell Hunderte in die Stadthalle strömten.

Tänze, Stockbrot und Puppentheater

Während sich auf dem Marktplatz anschließend zahlreiche Tanzgruppen von der Alevitischen Gemeinde, den Breakdancern im Haus der Jugend bis zum Philippinischen Freundeskreis präsentierten, gab es auch in den umliegenden Galerien und Museen ein volles Programm zu entdecken. Schon am Nachmittag konnten Familien mit ihrem Nachwuchs im Kinderhaus Don Bosco, in der Volkshochschule und in der Michaelkirche verschiedene Puppentheater besuchen, basteln und am offenen Feuer Stockbrot backen.

Der Sparkassenchef Hariolf Teufel wünscht sich noch mehr Kultur

Überraschende Einblicke bot beispielsweise auch die Kreissparkasse Göppingen, die ihren Innenhof zum Verweilen öffnete und damit den Blick frei machte auf die dort platzierte Hirsch-Skulptur des verstorbenen Börtlinger Künstlers Fritz Schwegler. „Ich wünsche mir hier eigentlich noch häufiger kulturelle Veranstaltungen“, erklärte der Sparkassenchef Hariolf Teufel, der den lauen Abend gemeinsam mit seiner Familie genoss.

CDU-Sprecher Felix Gerber lotst die Bürgermeisterin Almut Cobet nach Jebenhausen

Auch die neue Erste Bürgermeisterin der Stadt, Almut Cobet, zog es ins abendliche Treiben. Cobet war unter anderem in Begleitung des äußerst vergnügt wirkenden CDU-Fraktionssprechers Felix Gerber, der die Stuttgarterin per Bus gezielt zu den Kulturnachtangeboten in seinen Heimatstadtteil Jebenhausen lotste.

Die in großen Schleifen organisierte Fahrt in diesen Sonderbussen zwischen der Innenstadt und den etwas außerhalb liegenden Kulturnachtstätten versüßten Instrumentalmusiker, Sänger und Poetry Slamer. Für fast jeden Geschmack schien etwas dabei zu sein: „Ach, Sie habet Jazzer an Bord, dees isch nix für mi“, mit diesen Worten reihte sich eine Besucherin wieder geduldig in die Warteschlange für den nächsten Bus ein. Organisiert wurde das tönende Begleitprogramm unter anderem vom Göppinger Kirchenmusikdirektor Gerald Buß, dessen Sohn Aaron eine fahrende Combo am Schlagzeug verstärkte.

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