So schön wie auf dem linken Bild könnte der Brunnen vor dem Haus der Geschichte aussehen. Doch die Realität ist trist. Müll und Dreck verunstalten ihn. Foto: Land, Lg/Leif Piechowski

Im Sommer prächtig anzuschauen, im Winter eher ein Schandfleck: Der Brunnen vor dem Haus der Geschichte bietet im Winter keinen schönen Anblick.

Stuttgart - Leere Zigarettenschachteln, heruntergefallenes Laub, abgeplatzte Kacheln: Im Moment sehen die Kaskaden vor dem Haus der Geschichte an der Konrad-Adenauer-Straße ziemlich mitgenommen aus. Was im Sommer bei entsprechender Beleuchtung sehr schön aussieht, bietet zurzeit eher einen tristen Anblick.

Wegen des Winters sind die Wasserspiele außer Betrieb. „Zwischen November und Ostern ist immer Pause“, erklärt Heinz Schmitt, stellvertretender Leiter der Bauabteilung im Amt Stuttgart der Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Die Landesbehörde ist für die Instandhaltung des Brunnens zuständig.

Haus der Geschichte beklagt Vandalismus

Sobald das Wasser abgestellt ist, verkommen die Kaskaden nicht selten zu einer Müllablage. „Im Moment ist es schon arg, was man da sieht“, findet auch Schmitt. „Häufig liegt das daran, dass an Wochenenden kräftig Party gemacht wird und Sektkorken, Glasscherben und Zigarettenstummel im Brunnen landen“, erklärt er. Für Thomas Schnabel, den Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, ist der schmutzige Brunnen nur der Nebeneffekt eines größeren Problems: „Durch die vielen Baustellen gehen hier weniger Leute entlang, und das zieht jugendliche Rowdies und Trinker an.“ Zahlreiche Vitrinen des Museums seien dem Vandalismus schon zum Opfer gefallen. „Wenn es nur um herumliegende Sektkorken ginge, wäre ich ja noch dankbar“, sagt Schnabel. Auch Abteilungsleiter Schmitt weiß davon ein Lied zu singen: „„Einmal haben Unbekannte die Düsen abgetreten.“ Die Kosten pro Stück liegen zwischen 800 und 900 Euro. „Wenn so etwas häufiger vorkommt, geht das ganz schön ins Geld“, sagt er. Mittlerweile gibt es einen Nachtdienst, der an der Kulturmeile patrouilliert. Über den Zustand des Brunnens hätte sich bisher kaum jemand beschwert, meint Schnabel.

Nachtdienst patrouilliert an Kulturmeile

„Im Winter ist es normal, dass das Wasser abgestellt ist. Erst wenn es Frühling wird und das Wasser nicht läuft, fangen die Leute an nachzufragen.“

Während der Betriebszeit zwischen Ostern und Anfang November reinigt eine Firma einmal im Monat den Brunnen. „Wenn die Verschmutzungen besonders heftig sind, schicken wir auch einmal außerplanmäßig einen Reinigungstrupp vorbei“, sagt Schmitt. Angesichts der jetzigen Verschmutzung meint er: „Auch in diesem Fall ziehen wir das in Erwägung.“

Für die Technik der Wasserspiele bestehe zum heutigen Zeitpunkt aber keine Gefahr. „Es gibt genug Filteranlagen, die die sensible Technik der Pumpen vor Fremdkörpern schützen“, sagt Schmitt. Die Wasserspiele bestehen aus 20 Düsen, aus denen das Wasser an der obersten Stufe herauskommt. Anschließend läuft es die Treppen hinunter und sammelt sich an der untersten Stufe. Von dort aus bringen es zehn Rohrleitungen zu den Pumpen, die das Wasser wieder nach oben befördern.

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