Kulturkreis Weilimdorf Im Dienst der hohen Künste

Von Leonie Hemminger 

Die   Gruppe Jontef aus Tübingen erfüllte den Gemeindesaal der Salvatorkirche in Giebel im Jahr 2006 mit  Klezmer-Musik. Foto: Archiv Isabelle Butschek
Die Gruppe Jontef aus Tübingen erfüllte den Gemeindesaal der Salvatorkirche in Giebel im Jahr 2006 mit Klezmer-Musik. Foto: Archiv Isabelle Butschek

Der Kulturkreis Weilimdorf organisiert seit 1953 kulturell anspruchsvolle Veranstaltungen vor Ort.

Weilimdorf - Das über die Landesgrenzen hinaus bekannte Kulturangebot der Stadt Stuttgart hat in den Augen von Wolfgang Gerhard Paulick ein großes Manko: Es spielt sich fast ausschließlich in der Innenstadt ab. Dasselbe dachten sich bereits 1953 einige Weil­imdorfer und gründeten daraufhin den Kulturkreis Weilimdorf . Ihr anfängliches Ziel war aber nicht nur, ortsnah hochwertige Kultur zu ermöglichen, sondern ein umfassendes Bildungsangebot zu schaffen. „Sie wollten ein Programm wie die Volkshochschule anbieten“, sagt Paulick, der seit 2000 der Vorsitzende des Kulturvereins ist.

Die Vereinsmitglieder hätten aber schnell gemerkt, dass dieser Anspruch sowohl die personellen als auch die finanziellen Möglichkeiten überstieg. Seither beschränkt sich der Kulturverein im Wesentlichen darauf, kulturell anspruchsvolle Veranstaltungen vor Ort zu organisieren. Rund 20 Programmpunkte stellt der Vorstand – viele Jahrzehnte unter dem Vorsitz von Manfred Kalusche – jedes Jahr auf die Beine. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ein Aspekt sei damals aber noch mehr im Vordergrund gestanden als heute: „Man ging in den Verein, um Familie zu haben, um Anschluss zu finden. Das ist heute nicht mehr so“, sagt Paulick.

Das Programm reicht von szenischen Lesungen über literarische Spaziergänge, Konzerte bis hin zu Kabarett. Auch eintägige bis einwöchige Kulturreisen zum Beispiel nach Frankreich oder in die Niederlande organisiert Paulick. Er legt großen Wert auf den intellektuellen Anspruch, den sämtliche Veranstaltungen haben. Gemeinsam einen zu trinken oder sich zum Kegeln zu treffen, so etwas habe es beim Kulturkreis nie gegeben. „Wir legen Wert auf hohe Qualität. Wer bunte Abende sucht, der soll woanders hingehen“, sagt der 72-Jährige, und ergänzt: „Das klingt vielleicht elitär, aber wir wollen kulturell anspruchsvoll sein.“ Sein Ziel sei es, das Niveau, das in der Stuttgarter Liederhalle anzutreffen ist, auf kleinerer Ebene nach Weilimdorf zu bringen, etwa mit dem Besuch eines Trios aus den Reihen der Stuttgarter Symphoniker. Und zwar zu Preisen, die Paulick als „spottbillig“ bezeichnet: Eintrittskarten kosten zwischen 5 und 10 Euro. Vereinsmitglieder bekommen ermäßigte Karten, Paulick betont aber, dass die Veranstaltungen grundsätzlich immer für alle geöffnet sind. „Jeder kann kommen. Es gibt keinen einzigen Programmpunkt, der nur für Mitglieder ist.“ Dass überwiegend ältere Menschen die Veranstaltungen besuchen, bedauert der 72-Jährige, schließlich wolle er im Publikum am liebsten „alle haben“.

Kultur nach Weilimdorf zu bringen, dafür sorgt Paulick nun schon seit zwölf Jahren. Woran es in seinen Augen im Bezirk nach wie vor fehlt, ist ein zentrales Bürgerhaus mit einem Saal für 200 Besucher. „Es wäre schön, wenn es das gäbe“, sagt Paulick. Die Lindenbachhalle sei für Konzerte ungeeignet, der Verein weiche daher meist in Kirchen, ins Bezirksrathaus oder in die Stadtteilbibliothek aus. Deren Leiterin, Gisela Knäpple, gestaltet das Programm des Kulturkreises als Fachberaterin aktiv mit.

Kulturkreis Weilimdorf

Mail info@kulturkreis-weilimdorf.de

Homepage www.kulturkreis-weilimdorf.de

Vorsitzender Wolfgang Gerhard Paulick

Gründungsjahr 1953

Mitgliederzahl 312

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