Stolze Gesichter im Bürgersaal des Ditzinger Rathauses: Auch die Preisträger von Jugend musiziert Foto: factum/Weise

Bei einer Festveranstaltung hat die Stadt Ditzingen viele Akteure für ihr Wirken und Engagement ausgezeichnet.

Ditzingen - Das kulturelle Leben in Ditzingen ist vielfältig. Ein Bruchteil dieser Vielfalt wurde bei der Kulturehrung im Bürgersaal des Rathauses am Dienstagabend sichtbar. Zum vierten Mal zeichnete Ditzingen Kulturschaffende für ihr Wirken aus. Menschen, die seit Jahrzehnten in den verschiedenen Bereichen der Kultur wirken, aber auch den Nachwuchs. Solche, die sich in der Stadt engagieren, aber auch solche, die deren Namen nach außen tragen. „Die Kultur ist ein wichtiger Bereich, der das Profil einer Stadt beeinflussen kann“, sagte der Oberbürgermeister Michael Makurath. Die Künstler seien „ein Trüppchen“, auf das man stolz sein könne, weil sie das Leben der Stadt bereicherten.

Kinder, Musik und Instrumente

In diesem Jahr würdigte die Stadt neben vier Leuten mit besonderen Leistungen im Bereich Literatur, Design und Musik die 26 Ditzinger Preisträger des Regional-, Landes- und Bundeswettbewerbs Jugend musiziert. Für OB Makurath sind die jungen Frauen und Männer „eine Leistungsgruppe mit großem Talent und ausgeprägtem Fleiß“. Seit 2003 bemüht sich Ditzingen erfolgreich um die Ausrichtung des Regionalwettbewerbs Jugend musiziert für die Region Ludwigsburg – was direkt zu Manfred Frank führt: Der Vorsitzende des Regionalausschusses und Leiter der Jugendmusikschule ist einer der geehrten Kulturschaffenden. „Der Wettbewerb ist mit dem Namen unserer Stadt inzwischen identisch“, sagte Makurath. Zudem habe Frank mit seinem Anliegen, allen Kindern möglichst früh den Kontakt zur Musik und zu Instrumenten zu verschaffen, in Baden-Württemberg Neues angestoßen. Unter Franks Regie gibt es seit 2006 unter dem Motto „Musik macht Schule“ Kooperationen mit Kindertagesstätten und Schulen.

Unauffällig und renommiert

Der ebenso in Ditzingen aktive Andreas Gräsle durfte auch aufs Podium. Makurath bezeichnete den Bezirkskantor, Initiator der Musik zur Marktzeit auf dem Laien und Bespieler des Glockenspiels in der Marktstraße, als „Schatz für unsere Stadt“, der die Menschen begeistern könne.

Dagegen ist der Innenarchitekt, Designer und Hochschulprofessor Rudolf Schricker ein Mann, der „trotz seiner herausragenden Leistung unauffällig in Ditzingen lebt“, sagte Makurath. Mit seiner Arbeit trage er aber ein Stück weit den Namen der Stadt in die Welt. Schrickers humanorientierte Gestaltungsphilosophie rückt den Mensch als soziales Wesen in den Mittelpunkt. Es geht um die Frage, was er für sein Wohlbefinden braucht. Schricker ist bundesweit einer der wenigen Innenarchitekten mit diesem Ansatz. Unter anderem wirkte er bei der Gestaltung des Ludwigsburger Forums, der Liederhalle in Stuttgart und des Flughafens Berlin-Schönefeld mit. „Ein Objekt von Schricker in Ditzingen wäre toll“, befand der OB. Diesem Wunsch gegenüber zeigte Schricker sich zugetan.

Ehrung überraschte die Kulturschaffenden

Mit Literatur, besonders der Prager deutschen Literatur, macht sich Hartmut Binder verdient. Makurath würdigte den 80-Jährigen als „weltbesten Kenner des Schaffens, der Werke und des Lebens Franz Kafkas“. Unter anderem veröffentlichte Binder zum 125. Geburtstag des Schriftstellers einen Bildband mit 1200 Fotos.

Neben ihrer Würdigung haben die vier Kulturschaffenden auch gemein, dass die Ehrung sie überraschte. „Das ist ungewohnt. Bisher habe ich immer Menschen geehrt“, sagte Schricker, der seit 2002 den Deutschen Innenarchitekturpreis betreut. Manfred Frank sagte: „Die Arbeit, die ich in Ditzingen leisten kann, ist eigentlich Ehre genug.“ Schließlich sei es der ureigene Sinn von Kultur, Gemeinschaft zu schaffen.

Weitere geehrte Kulturschaffende: Schüler der Jugendmusikschule Cosima und Leon Melheritz, Anika Rahn, Florine Häuber, Thilo Willrett, Qiang Sun, Alica Enderich, Timon Stumber, Leonard Henke, Melanie und Clemens Wolfangel, Leah Kutschera, Maike Pfeiffer, Philipp Scholze, Carl Renninger und Nico Hesse für den ersten Preis beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert. Lara Möhler, Emil Osterloher und Niklas Zaberer für den ersten Preis beim Landeswettbewerb von Jugend musiziert. Alin Rana Erdogan, Noemi Hellener und Felix Hauss für den zweiten Preis beim Landeswettbewerb. Carolin Dörfer für den dritten Preis beim Landeswettbewerb. Miriam Kipping, Svenja Wenninger und Johanna Schittenhelm für den dritten Preis beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert.

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