Kulturdenkmale Aus der Villa Levi wird ein Schulungszentrum

Von Josef Schunder 

Seit zehn Jahren im Wartestand: die Villa Levi. Im ersten Quartal soll die Sanierung endlich beendet sein und eine neue Nutzung einziehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Seit zehn Jahren im Wartestand: die Villa Levi. Im ersten Quartal soll die Sanierung endlich beendet sein und eine neue Nutzung einziehen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das heftige Ringen um die Zukunft der historischen Villa Levi und der Verkauf durch die Stadt Stuttgart liegen ein Jahrzehnt zurück – und jetzt endlich peilt die neue Eigentümerin das Ende von Sanierung und Umbau an. Im ersten Quartal 2016, teilte die Ferdinand-Piëch-Holding mit, solle die Sanierung zu Ende gebracht werden.

Stuttgart - Das heftige Ringen um die Zukunft der historischen Villa Levi und der Verkauf durch die Stadt Stuttgart liegen ein Jahrzehnt zurück – und jetzt endlich peilt die neue Eigentümerin das Ende von Sanierung und Umbau an. Im ersten Quartal 2016, teilte die Ferdinand-Piëch-Holding am Dienstag unserer Zeitung mit, solle die Sanierung zu Ende gebracht werden.

Ferdinand Piëch junior, Sohn des langjährigen Aufsichtsratschefs von VW, hatte die Villa auf der Feuerbacher Heide 2005 erworben. Er bot 3,54 Millionen Euro und schnappte das Gebäude dem Denkmalschützer und Unternehmer Peter Seydelmann weg. Piëch kündigte den Einbau von fünf Wohnungen an. Der Entwurf landete aber im Papierkorb – „wegen der hohen Auflagen aus dem Denkmalschutz und zum Wohle des Gebäudes“, wie Frank Beling, Geschäftsführer der Holding, jetzt sagte. Das Kulturdenkmal, 1921 für einen Mitbegründer der Schuhfabrik Salamander errichtet, hätte zu sehr gelitten. Nun nutze man es als Schulungs- und Tagungszentrum und für kleinere kulturelle Veranstaltungen. Das knüpfe an die Phase an, als hier die Fachhochschule für das Bibliothekarswesen war.

Vorwürfe gegen die AfD werden laut

Beling wies zugleich Vorwürfe zurück, die am selben Tag von der AfD im Gemeinderat erhoben worden waren: Weil die Villa seit zehn Jahren leer stehe und man den Verfall befürchten müsse. Tatsächlich, sagte Beling, habe man 2007 und 2008 für mehrere Millionen Euro die Fassaden, Dächer, Fenster, Terrassen, Grünanlagen, Außenmauern und Teile der Haustechnik saniert. Seit Ende 2013 seien die Arbeiten im Gebäudeinneren genehmigt. Seit Frühjahr laufe die Innensanierung. Eine baufällige Mauer im Außenbereich, die der AfD ins Auge stach, gehöre in Wahrheit einem Nachbarn. Daher warf Beling der AfD schlampige Recherche vor.

Das ist nicht der erste Vorwurf dieser Art: Die Stadtverwaltung hatte der AfD gerade erst vorgehalten, dass sie diverse Fakten ignorierte und falsch zählte. Da ging es um die Klage, dass den Autofahrern in Stuttgart mit viel zu vielen Blitzern nachgestellt werde.

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