Das Theater im Spiralhof bleibt. Foto: Simon Granville

Das Theater im Spitalhof wird nicht nur Mensa, das Naturtheater zieht viele neue Zuschauer an und der Kepler-Chorverband beschließt zu fusionieren.

Nach langer Pause durch die Corona-Pandemie haben die kulturellen Veranstaltungen seit dem Frühjahr vergangenen Jahres wieder in der gewohnten Form stattfinden können. Ausstellungen, Theateraufführungen und Musikveranstaltungen konnten wieder ohne Maske und Beschränkungen besucht werden.

 

Die Leonberger Theatertage, die das Amt für Kultur und Sport während der Pandemie 2022 initiiert hatte, gingen im Mai vergangenen Jahres in die zweite Runde. „Die Theatertage haben sich als Format bewährt“, sagte Katja Rohloff vom Amt für Kultur und Sport, die diese auch 2023 organisiert hat. Mehr als zehn Gastspiele wurden im Theater im Spitalhof aufgeführt. Und der Theatersaal bot dafür einmal mehr die richtige Bühne.

Das Theater im Spitalhof ist mit seinem Programm seit mehr als vierzig Jahren ein fester Bestandteil des Leonberger Kulturlebens. Nicht nur das Kinder- und Jugendtheater hat dort eine feste Heimat. Die drei Amateurtheatergruppen „Bühne 16“, „Vollmondtheater“ und der Jugendspielclub „Die Vögel“ proben und treten regelmäßig auf der Spitalhof-Bühne auf. Dennoch stand die Zukunft des Theatersaals Mitte des vergangenen Jahres in den Sternen.

Die Zukunft des Theatersaals war ungewiss

Im Juli war bekannt geworden, dass die Stadt überlegt, den Theatersaal in eine Mensa umzuwandeln. Denn ab dem Schuljahr 2026/2027 hat jedes Kind von der ersten bis zur vierten Klasse einen Anspruch auf eine ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung, und so prüfte die Verwaltung, wie die Spitalschule zur Ganztagsschule umgebaut werden kann. Sie präsentierte den Gemeinderäten schließlich zwei mögliche Varianten. Bei der zweiten wäre der Theatersaal im ersten Untergeschoss der Schule zum Speisesaal und der nebenliegende Musiksaal zur Küche geworden. Hätten sich die Räte dafür entschieden, diese Variante umzusetzen, wäre für einen neuen Theatersaal die sanierungsbedürftige, alte Schuhfabrik in der Eltinger Straße in Betracht gekommen, die zu einer „Kulturfabrik“ umgebaut werden soll. Allerdings ist eine Zukunft in der Alten Schuhfabrik angesichts des schlechten Zustands des Gebäudes und der fehlenden finanziellen Mittel bei der Stadt ungewiss. Ende Oktober fiel dann die Entscheidung der Gemeinderäte: Das Theater bleibt, wo es ist.

Verstärkt in den sozialen Netzwerken aktiv

Beim Naturtheater Renningen ging es nur bei den Vorstellungen aufregend und spannend zu. Es zeigte in diesem Jahr das Familienstück „Die Schatzinsel“ und das Abendstück „In 80 Tagen um die Welt“. Ende August konnte der Verein auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Die Theatermacher unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Theresa Müller, die im Frühjahr die Nachfolge des langjährigen Vorstands Dietmar Eger antrat, sprachen in ihrem Rückblick vom erfolgreichsten Abendstück seit 20 Jahren. Dies erklärte Müller zum einen mit der Bekanntheit der Stücke. Zum anderen sei der Verein inzwischen verstärkt in den sozialen Netzwerken aktiv, und man habe beobachtet, dass, vermutlich deshalb, relativ viele neue Zuschauer gekommen seien.

Auch bei der Feier des Tages der Deutschen Einheit in Leonberg lief alles wieder in Gemeinschaft und ohne Maske ab. Die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ hatte alle Generationen und Kulturen erneut zu einem offenen Singen an diesem Tag eingeladen. Im Altkreis Leonberg nahm der Chorverband Johannes Kepler (CVJK) an der Aktion teil und viele interessierte Sängerinnen und Sänger kamen.

Zusammenschluss mit dem Chorverband Otto Elben

Beim Kepler-Chorverband zeichneten sich schon im vergangenen Jahr Veränderungen ab: Bei der ersten Tagung in Präsenz im April ging es auch um die Frage, ob der CVJK weiterhin als selbstständiger Regionalchorverband bestehen soll. „Es ist bei uns bereits der Beschluss gefallen, dass wir mit dem Chorverband Otto Elben (COE) einen gemeinsamen Chorverband Landkreis Böblingen bilden“, sagt Angelika Puritscher, Präsidentin des CVJK. Der COE müsse es seinen Mitgliedern noch mitteilen, und dann würden in diesem Jahr die Details geklärt.