Einblicke in die Sammlung Nuss gibt es ebenfalls am Museumswochenende. Foto: Veranstalter/Gottfried Heubach

In Weinstadt gibt es am 16. und 17. Mai ein Museumswochenende mit Nachtführungen, Mitmachaktionen und Geschichten aus mehreren Jahrhunderten – alle Angebote sind kostenlos.

Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) verwandelt sich am 16. und 17. Mai in eine kleine Kulturmetropole voller Geschichten, Figuren und überraschender Zeitreisen. Unter dem Motto eines Museumswochenendes öffnen zahlreiche Häuser in Beutelsbach, Endersbach und Strümpfelbach ihre Türen – und laden Besucherinnen und Besucher ein, Geschichte einmal nicht nur zu betrachten, sondern regelrecht zu erleben.

 

Der Auftakt gehört der Museumsnacht am Samstagabend: Zwischen 19 und 23 Uhr sind fast alle beteiligten Museen geöffnet, viele davon mit Sonderprogrammen, Führungen und Mitmachaktionen. Am Sonntag geht es im Rahmen des Internationalen Museumstags weiter, der in Weinstadt unter dem Motto „Baden-Württemberg erzählt“ steht. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Diesen Fächer von Königin Olga von Württemberg gibt es in der Heimatstube Endersbach zu sehen. Foto: Veranstalter /Jochen Beglau

Einer der zentralen Orte des Wochenendes ist das Württemberg-Haus in Beutelsbach. Hier treffen große historische Linien auf ungewöhnliche Details: Landesgeschichte und Bauernkrieg werden ebenso aufgegriffen wie die Sonderausstellung „Schöner bezahlen“, in der historische Zahlteller aus der Sammlung Jakob gezeigt werden – Alltagsobjekte, die plötzlich viel über Wertvorstellungen und Geldgeschichte erzählen.

Literarische Zeitreise im Württemberg-Haus

Am Samstagabend wird es dort zudem literarisch: Museumsleiter Dr. Bernd Breyvogel liest um 19.30 und um 21.30 Uhr aus Texten des Historikers Karl Pfaff (1795–1866). Spannend daran ist nicht nur der historische Blick selbst, sondern der direkte Vergleich mit heutiger Forschung.

Wer es kreativer mag, kann sich zwischen 19.30 und 22.30 Uhr im Familien-Workshop „Mit Pinzette und Pinsel“ ausprobieren. Die Freie Kunstschule Kunst und Keramik sowie der Modellbau-Architekt Helmut Hopf laden dazu ein, im Detail zu arbeiten.

Märchen, QR-Codes und ein bisschen digitale Spurensuche

Im Heimatmuseum Pflaster 14 wird es spielerisch: Mehr als 30 sogenannte „Märchenspuren“ führen per QR-Code durch bekannte Geschichten der Gebrüder Grimm und anderer Erzähltraditionen. Wer möchte, kann etwa am „Bett von Rotkäppchen“ oder am „Spiegel von Schneewittchen“ virtuelle Hinweise entdecken.

In der Heimatstube Endersbach im Alten Schulhaus nimmt Museumsleiter Breyvogel das Publikum gleich mehrfach mit in eine andere Zeit: Am Samstag um 20.30 Uhr sowie am Sonntag um 14.30 und 16.30 Uhr erzählt er von Gegenständen aus dem Umfeld von Königin Olga und liest aus dem Tagebuch ihrer Hofdame Eveline von Massenbach.

Am Sonntag um 15.30 Uhr kehrt zudem Karl Pfaff noch einmal in den Mittelpunkt zurück – diesmal im Württemberg-Haus, wo seine Erzählungen zur frühen Württemberger Geschichte vorgestellt werden. Parallel dazu berichten Gabi und Diethart Jakob von 14 bis 17 Uhr über historische Zahlteller und ihre Bedeutung im Alltag vergangener Zeiten.

Schwäbische Meisterwerke im Museum Sammlung Nuss

Ein weiterer Programmpunkt ist das Museum Sammlung Nuss, das am Samstagabend schwäbische Meisterwerke sowie die Sonderausstellung „Drei Künstlergenerationen“ zeigt.

Am Sonntag öffnen die Endersbacher Museen von 14 bis 17 Uhr, das Württemberg-Haus von 13 bis 17 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, alle Angebote sind kostenlos.