Die Stuttgarter Kulturinsel ist ebenfalls von den Einsparungen im Doppelhaushalt 2026/27 der Stadt Stuttgart betroffen. Foto: Lichtgut

Ein anonymer Spender schenkt der Stuttgarter Kulturinsel ein Holzhaus. Ob dieses zum Interimsgebäude werden kann, steht aber noch nicht sicher fest. Was vorher zu klären ist.

Im September sorgte ein offizielles Schreiben der Stadtverwaltung für große Aufregung bei der Stuttgarter Kulturinsel. Darin wurde dem Team mitgeteilt, dass das ursprünglich geplante Interimsgebäude aufgrund erheblicher Kostensteigerungen nicht wie vorgesehen umgesetzt werden könne. Stattdessen werde nun entweder eine deutlich günstigere Variante realisiert oder nach einer alternativen Lösung gesucht.

 

Die Hintergründe: Im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt entsteht unter dem Motto „urban, lebenswert und nachhaltig“ ein neues Quartier für rund 2000 Menschen: der Neckarpark.

Gespendetes Haus könnte Lösung für Kulturinsel im Neckarpark in Stuttgart sein

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung des Zollamt-Areals (Q 11 und Q 11.1), wo sich seit 2012 die Kulturinsel befindet. Dieser Ort ist bekannt für Urban Gardening, Musik, Kunst und Begegnung. Zukünftig sollen auf dem Gelände der Kulturinsel ein Stadtteilhaus, Wohnraum und auch weiterhin die Kulturinsel ihren Platz finden. Für die Übergangszeit während des Umbaus war ein Interimsgebäude vorgesehen, das auch langfristig genutzt werden sollte.

Ursprünglich waren für den Interimsbau 810.000 Euro eingeplant. Doch diese Mittel reichen Stand heute nicht aus, um den Neubau zu realisieren. Neuere Berechnungen liegen bei rund 2,8 Millionen Euro, eine Summe, welche die Stadt aufgrund der erforderlichen Einsparungen im Doppelhaushalt 2026/2027 nicht zur Verfügung stellen kann.

Kulturinsel-Betreiber Joachim Petzold machte daraufhin mobil, informierte Bürgerinnen und Bürger in seinem Newsletter und auf der Instagramseite der Kulturinsel, bat um Spenden.

Nun gibt es Grund zu hoffen. „Es gibt eine realistische Lösung für unsere Interimsunterbringung und sie kommt aus der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft“, heißt es im neuen Newsletter der Kulturinsel. Ein anonymer Spender habe der Kulturinsel das Württemberg-Haus gespendet. Jenes vollständig zerlegbare Holzhaus, das 2012 als Weinzelt auf dem Cannstatter Volksfest stand.

Kulturinsel in Bad Cannstatt hofft, Stadt Stuttgart prüft die Machbarkeit

Auch eine Sprecherin der Stadt Stuttgart bestätigt dies: „Es handelt sich um ein massives Blockhaus in Holzbauweise über zwei Geschosse. Das Stadtplanungsamt bereitet derzeit eine Machbarkeitsstudie vor. Im Anschluss prüft die Verwaltung, ob das Vorhaben baurechtlich genehmigungsfähig ist.“ Das Interimsgebäude solle direkt neben dem derzeitigen Standort der Kulturinsel, auf dem angrenzenden Baugrundstück (Q12) errichtet werden. Das Liegenschaftsamt prüfe derzeit, ob und zu welchen Konditionen die Flächen der Kulturinsel überlassen werden könne, sagt die Sprecherin weiter. Sofern die weiteren Prüfungen positiv ausfielen, wäre ein Aufbau des Hauses im Laufe des Jahres 2026 denkbar, so die Sprecherin der Stadt.

Ganz sicher ist es also noch nicht, dass das Württemberg-Haus als Interimsgebäude für die Kulturinsel fungieren wird. Auch der anonyme Spender merkt an, dass er nur spenden wird, wenn bestimmte Auflagen erfüllt und die nötigen Voraussetzungen geklärt sind. Wie es für die Kulturinsel weitergeht, bleibt also abzuwarten. Wir bleiben dran.

Stadt Stuttgart

Doppelhaushalt 2026/2027
Der Gemeinderat der Landeshauptstadt entscheidet am Freitag, 19. Dezember, endgültig über die Streichlisten zum Doppelhaushalt 2026/2027. Danach muss der Haushalt vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Die Stadt Stuttgart stellt auf ihrer Webseite Informationen über den geplanten Sparhaushalt und zur Haushaltslage für Bürgerinnen und Bürger bereit.