In der Festhalle des TSV Rohr ist die neue Aufführungsstätte des Kulturium. Die erste Veranstaltung gab es bereits, am Sonntag folgt die nächste. Foto: Jacqueline Fritsch

Ein Kindertag und ein Benefizkonzert für die Kinderkrebsstiftung bilden den Startschuss für das Kulturium in Stuttgart-Rohr. Dieses aufzubauen, war mit viel Arbeit verbunden.

Rohr - Seit 20 Jahren beschäftigt sich Patrick „Paco“ Müller immer wieder mit dem Gedanken, was passieren würde, wenn es eine weltweite Katastrophe gäbe. Der Film Mad Max, der in einer post-apokalyptischen Welt spielt, hat ihn auf diesen Gedanken gebracht. „In dieser Science-Fiction steckt schon viel Wirklichkeit drin“, sagt er. Denn annäherungsweise könnte man heute in Zeiten der Corona-Pandemie ähnliche Verhaltensmuster der Menschen erkennen wie im Film: Manche kämpfen für sich alleine, und bei anderen wird der Zusammenhalt deutlich stärker. Patrick Müller setzt alles auf Zusammenhalt – vor allem in seiner Funktion als Musiker. „Crossover-Projekte waren schon immer mein Ding“, sagt er und bezieht sich auf sein aktuelles Projekt: ein Konzert mit bunt gemischter Besetzung aus Opern- und Musical-Sängern, einer Laien-Big-Band und Kollegen von ihm. Am kommenden Wochenende führen sie zugunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung ein musikalisches und tänzerisches Stück auf, das inhaltlich an den Film Mad Max angelehnt ist.

Kulturschaffende haben die alte Festhalle renoviert

Das Benefizkonzert wird von den Carpe Diem Studios von Patrick Müller veranstaltet und ist eine Kooperation zwischen dem Vaihinger Tanzatelier und dem Kulturium Rohr. Die Aufführung bildet den offiziellen Startschuss für das Kultu­rium. „Damit erproben wir gleich mal die Tauglichkeit der Halle“, sagt Sandra Irrgang, die sich um das Kulturium kümmert, „und es ist auch eine Motivation zu sehen, wie Rohr reagiert“.

Im Februar haben einige Kunstschaffende aus der Region angefangen, der Festhalle des TSV Rohr einen neuen Glanz zu verleihen. Aus der ehemaligen Heimat der Rohrer Humorer sollte ein Kulturzentrum werden – das Kulturium. Mittlerweile hat die Bühne eine neue Rückwand und einen renovierten Boden bekommen. Auch erste Projekte wurden in der Festhalle umgesetzt. In Kooperation mit der Schönbuchschule und der Awo gab es ein integratives Tanzprojekt. Zurzeit drehen außerdem rund 50 Kinder gemeinsam mit dem Tanzatelier zwei Filme, für die im Kulturium ein großer Greenscreen aufgehängt wird. Wenn die Filme fertig sind, werden sie im Kino in Vaihingen gezeigt. Dort präsentieren auch Jugendliche eine Art Musikvideo, das im Kulturium entstanden ist: Sie machen sich mithilfe ihres Smartphones auf den Weg durch Stuttgart und lernen, wie man einen Rap-Song produziert. Dabei werden sie mit der Kamera begleitet, um ein Musikvideo daraus schneiden zu können.

Benefizkonzert für Kinderkrebsstiftung

Sandra Irrgang ist zuversichtlich, dass das Kulturium gut im Stadtteil ankommt. „Es soll eine Veranstaltungshalle für Theatergruppen und ähnliches sein, in der man proben und auftreten kann“, sagt sie, „wir haben auch schon erste Anfragen.“ Sie kenne viele Künstler, die in Vaihingen und Rohr wohnen. „Warum sollten wir dann nicht hier etwas anbieten, damit man nicht immer nach Stuttgart rein muss“, sagt Irrgang.

Für Patrick „Paco“ Müller ist es am kommenden Wochenende bereits das dritte Konzert, das er zugunsten der Kinderkrebsstiftung spielt. Dieses Mal, fürchtet er, wird aber „nicht genug“ Geld zusammenkommen, weil die Zuschauerzahl wegen Corona begrenzt ist. „Unser Lichtblick ist der Kindertag“, ergänzt Sandra Irrgang, „der ist Open Air, deshalb könnte da vielleicht etwas mehr zusammenkommen.“ Auf dem Gelände des TSV Rohr gibt es am Samstag, 3. Oktober, von 12 Uhr an ein buntes Programm für Kinder. Am Sonntag, 4. Oktober, um 18 Uhr ist das Benefizkonzert im Kulturium. Das ist bereits ausverkauft. Die Veranstalter denken über eine zweite Vorstellung im Frühjahr nach.

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