Tanz- und freie Kunstszene bekommen beim Theaterhaus mehr Platz. Foto: /factum Granville

Der Bezirksbeirat Stuttgart befürwortet die Pläne für den Ergänzungsbau des Theaterhauses. Insgesamt sind 750 Zuschauerplätze geplant.

S-Nord - Die erste Sitzung des Bezirksbeirats Nord nach der mehrwöchigen Coronapause am Montag ist laut Bezirksvorsteherin Sabine Mezger nur möglich gewesen, weil es um den Ergänzungsbau des Theaterhauses ging. Denn so lange das Projekt nicht im Bezirksbeirat behandelt ist, kann sich der Gemeinderat nicht weiter damit beschäftigen, und es wäre vorerst lahmgelegt. Das Gremium tagte im großen Sitzungssaal im Rathaus. Dadurch konnten die Teilnehmer genügend Abstand voneinander halten.

Der Ergänzungsbau soll auf einer Fläche von 5800 Quadratmetern einen großen Saal mit 600 Plätzen vor allem für die Tanzkompanie von Eric Gauthier bieten sowie einen kleinen Saal mit 150 Plätzen für die freie Kunstszene. Außerdem sind in dem sechsgeschossigen Bau des Hamburger Architektenbüros pfp, das für seinen Entwurf beim Architektenwettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden ist, Übungsräume, Werkstätten Gastronomie, zwei Foyers und eine zweigeschossige Tiefgarage mit 230 Stellplätzen geplant.

Timo Haug (CDU) wollte wissen, wie es mit Lärmschutz für das benachbarte Wohngebiet aussieht. Außer Wohnungen befindet sich dort ein Seniorenwohnheim, und es sind derzeit weitere Wohnungen im Bau. Der Lärmschutz sei durch die Höhe des Ergänzungsbaus gegeben. Die Klinkerfassade auf der Südseite, die sich an der denkmalgeschützten Architektur des Theaterhauses orientiert, wirke wie eine Schallmauer, stellte ein Vertreter des städtischen Hochbauamts fest. Die Fassade zum Theaterhaus hin ist aus Glas.

SPD-Mann fordert breitere Treppe an der Haltestelle

Ralph Wöhrle (Grüne) ist es wichtig, dass das Energiekonzept perfekt umgesetzt wird. Jürgen Klaffke (Die FrAktion), spricht von einem „interessanten Entwurf“ und begrüßt die Belebung des Quartierplatzes durch den Neubau. Mit Blick auf die Nachbarschaft weist er aber auch darauf hin, dass überlegt werden müsse, um wie viel Uhr Veranstaltungsende sein müsse.

Ulrich Frohnmayer will wissen, ob es unter den 19 eingereichten Entwürfen auch andere Ideen für die Gestaltung der Veranstaltungssäle gegeben habe. Der vorliegende Entwurf erinnert ihn an die Zuschauerräume im Theaterhaus. Auch hält er die Foyerflächen für zu knapp. Das Raumprogramm und die Optik der Säle entspreche dem Bedarf der Nutzer, stellte der Experte vom Hochbauamt fest.

Axel Alt (SPD) wies darauf hin, dass es bei der Stadtbahnhaltestelle Maybachstraße in der Nähe des Theaterhauses keine Rolltreppe gibt und die Treppe sehr eng ist. Er forderte, dies zu verbessern und das Theaterhaus auszuschildern.

Abschließend sprach sich der Bezirksbeirat Nord einstimmig dafür aus, dass das Hochbauamt die weitere Planung des Projekts in Auftrag gibt. Am 26. Mai wird der Entwurf im Bezirksbeirat Feuerbach vorgestellt. Baustart soll in zwei Jahren sein. 2025 soll der Spielbetrieb in dem Ergänzungsbau am Pragsattel starten.

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