Bei der Kulinart werden viele Leckereien gezeigt – und können auch probiert werden. Eindrücke von der Kulinart zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Michael Steinert

Bei der Messe Kulinart im Römerkastell in Bad Cannstatt werden Leckereien aus der ganzen Region und darüber hinaus vorgestellt. Das beste Pesto der Welt zum Beispiel wird in Botnang verkauft.

Bis zum Sonntagabend dreht sich auf der Kulinart im Römerkastell in Bad Cannstatt alles um Stil und Lebenskunst, rund sechzig Aussteller präsentieren dort ihre Produkte. Conny Krenn rechnet mit 6000 Besuchern an den zwei Tagen. „Mehr müssen es in dieser Halle gar nicht sein, es ist ja schließlich eine Genussmesse“, sagt die Veranstalterin.

Neben den Herstellern von Lifestyle-Objekten sind es vor allem die Anbieter von Spezialitäten, die auch im neunten Jahr der Kulinart auf reges Interesse stoßen. So gibt es exotische Gewürze aus Sri Lanka, edle Tropfen aus dem Burgund und feinste Kost aus Italien. Ein Stand in der Phönixhalle darf sogar mit dem „besten Pesto der Welt“ werben – und das kommt aus Stuttgart. Beziehungsweise der amtierende Weltmeister Sergio Muto, der in Botnang das Spezialitätengeschäft La Fattoria betreibt und zuletzt den alle zwei Jahre ausgetragenen Wettbewerb in Genua gewonnen hat. Was sein Pesto Genovese so besonders macht? Ein Geheimrezept habe er nicht, sagt Muto. Selbstverständlich aber verwende er beste Zutaten wie 24 Monate gereiften Parmesan und ein kleinblättriges, aromatisches Basilikum, das es nur in Ligurien gebe – weswegen der Mann aus Kalabrien sein Pesto auch dort herstellen lässt.

Viele Superlative und preisgekrönte Produkte

Nicht weit entfernt von seinem Stand, an dem man natürlich auch kosten und kaufen kann, gibt es den besten Dry Gin der Welt, zumindest hat sich der Monkey 47 aus dem Schwarzwald vor zwei Jahren diesen Titel auf der International Wine and Spirit Competition in London verdient. Aber es müssen nicht immer Superlative sein – gute Produkte sind es allemal, die auf der Kulinart vorgestellt werden. Rainer Broch aus Starzach-Wachendorf im äußersten Zipfel des Landkreises Tübingen macht gute Edelbrände, mit denen er jüngst auf der „Destillata“ einige Erfolge feiern konnte. Neben der Brennerei in dritter Generation und seiner mobile Saftpresse hat er auch ein drittes Standbein: Viehzucht. Dreißig bis vierzig Tiere stark ist seine Mutterkuhhaltung von Bio-Angus-Rindern, deren Fleisch sehr begehrt ist. Broch beliefert allerdings keine Gastronomen, sondern nur Endverbraucher, die bei ihm gemischte Pakete mit einem stolzen Gewicht von elf Kilogramm bestellen können.

Um Fischhaltung geht es in der Baacher Mühle, einem beliebten Ausflugsziel in dem winzigen Weiler, der zu Weinstadt im Remstal gehört. Hauptsächlich Forellen und Saiblinge werden dort frisch aus dem Wasser geholt und nach eigener Rezeptur in der Hütte geräuchert und verkauft – oder direkt vor Ort verzehrt. Denn zum Betrieb gehört neben dem Hofladen auch ein uriges Fischerstüble samt Gartenwirtschaft, um das sich Andrea Selke kümmert, die auf der Genussmesse Häppchen to go anbietet. Die gibt es auch bei Aline John, allerdings sollten sie der krönende Abschluss sein. Tarte & Törtchen heißt das kleine Ladengeschäft der Konditorin im Stuttgarter Westen, ihre Kreationen haben so bezaubernde Namen wie Wunschpunsch, Wiener Walzer oder Wunderland. Hübsche Verpackungen gehören zum Konzept, wer aber auf Nummer sicher beim Lebensmitteltransport gehen will, der sollte sich mal die Frischhalteboxen von ajaa! aus Echterdingen anschauen, die auf der Messe Bio-Fach in Nürnberg einen Innovationspreis bekommen haben.

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