Den Genuss zelebrieren – das konnte man bei bestem Frühlingswetter auf der Kulinart. Foto: 7aktuell.de/Rainer Hauenschild

Champagner, ausgesuchter Kaffee, Gin, Schokolade und viele andere Leckereien machten Gusto auf mehr: In der Phoenixhalle im Römerkastell ist mit der Messe „Kulinart Frühling“ die Garten- und Genuss-Saison eröffnet worden.

Stuttgart - Die Schlange wird länger. Man steht gerne an für das, was da auf der Stahlplatte rund um das offene Feuer vor sich hin grillt. Nicht nur Fleisch, sondern auch Spargel, Paprika, Lauch und andere Gemüsesorten locken: Die Outdoorküche von Quan Garden Art verbindet die japanische Teppanyaki-Grillplatte mit dem archaischen Lagerfeuer. Wie, das führten am Wochenende Mitarbeiter von „Kupkagarten and friends“ vor: Auf der Kulinart Frühling, der Messe für Küche und Grill, Lifestyle und Urlaub im Römerkastell, lud der Spezialist für Gartengestaltung bei bestem Wetter zum Kochevent vor die Phoenixhalle. Und viele kamen: Tüten gefüllt mit Schmankerln und Objekten, saßen sie in der Sonne, genossen Wein und Spezereien. „Alles passiert immer mehr draußen, Outdoorküchen sind Trend“, so zwei Kupka-Expertinnen. Und dazu brauche es per se kein Riesenterrain, betonten sie. „Es gibt Außenküchen, die mit 60 auf 80 Zentimeter auf den Balkon passen!“ Ebenfalls en vogue: der eierförmig gerillte Weinkühler, der Leuchte und Lautsprecher in einem ist. „Gefällt mir! Aber das ist auch lecker“, konstatierte Mirja, sich einen Brotstreifen mit Trüffel in den Mund steckend. Die schmeckten auch einer Runde fröhlicher Herren. „Seit Jahren kommen wir, tolle Location, überschaubar, beste Qualität, schauen stets bei der Trüffelmanufaktur vorbei – und bei den Mallorquiner von Can-Gourmet. Und Ariane Schaubs feiner Pfeffer, besonders ihr fermentierter Hochland-Pfeffer ist ein wahres Geschmackswunder“, prosteten sie sich zu, um feixend auf einen in ihrer Mitte zu verweisen. An dessen Champagner-Stand hätten sie sich einst kennengelernt, doch den gebe es nicht mehr. Der Angesprochene schmunzelte: „Ich bin nun Genuss-Rentner!“

Genussvolles Durchprobieren

Des Genießens und der Degustation wegen kamen – nicht nur aus Stuttgart, sondern auch der weiteren Region – die Allermeisten, Jung wie Älter. Einige hatten bereits feste Stationen auf dem Plan; unter anderem „die italienischen Spezialitäten von ‚La Fattoria’ und ‚La Macelleria Italiana’“, Marokko-Gourmet, die „Süßigkeiten der elsässischen Duweck Patisserie“, der „Äppelwoi & Blüten-Käse von Anne Heymach aus dem Rheingau“, der Sommelière „Ana de la Rubia und ihre spanischen Weine“ oder der „lokalen Weinmanufaktur in Untertürkheim“ und dem „Schdugarder Mosaik Dry Gin mit seiner Minz- und Zitronengrasnote“. Andere waren zum ersten Mal da, um sich in Sachen Wellness und Reisen umzutun, aber auch um zu schnuppern und zu schmecken, wie Corinna und ihre Tochter Anna, die edle Salat- und Grillsoßen sowie Pestos kauften. „Wir sind begeistert. Man kann viel probieren, entdeckt Besonderes, was es sonst in Läden so nicht gibt.“

Faire Verhältnisse und Ökologie

Dem pflichtete ein flanierendes Paar bei. „Alles aus Manufakturen, Kleinauflagen, mit Liebe für die Umwelt und das Sozialgefüge gemacht, das unterstützen wir.“ Sie begeisterte sie der Messeneuling „myDate“: Markus Lutz vertreibt mit drei Freunden Daffee, also Kaffee aus sanft gerösteten Dattelkernen. „Koffeinfrei, entspannend, mineral- und vitaminreich“, so Lutz. Entdeckt hätten sie es bei einer Reise in einem kleinen Laden bei Tunis. Mit der Familie kooperierten sie nun. „Dort wird geröstet, die Wertschöpfung soll im Land bleiben.“ Faire Verhältnisse und Ökologie waren auch Cassandra und Raphael Klumpp wichtig, als sie ihre Leidenschaft zum Nebenberuf machten: Edelschokolade kreieren. Für ihr Label Red Cat Chocolate arbeiten die Schauspielerin und der Zahnarzt mit einer kolumbianischen Kooperative, die aus der Trinitario-Bohne vor Ort die Kuvertüre herstellt. In Deutschland würden dann von Hand die Tafeln gegossen und verpackt.

Gesundheits-, qualitäts- und geschmacksbewusst

Viel Handarbeit stecke auch in „Inchi Gold“, so Josef Niedermeier, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma. Das Speiseöl wird aus der Jahrtausende alten Sacha-Inchi-Nuss hergestellt, im Hochland von Thailand. „45 Prozent Omega 3 und 31,5 Milligramm Vitamin E sind enthalten“, so Niedermeier auf eine Untersuchung des Fresenius-Instituts verweisend. Weil das Öl schon vergangenes Jahr bestens ankam, seien er und sein Team dieses Jahr wieder dabei. Er unterstrich, was einige der 66 Aussteller sagten: „Tolles offenes Publikum, das gesundheits-, qualitäts- und geschmacksbewusst ist.“

Phoenixhalle im Römerkastell, am 23. März bis 22 Uhr, 24. März, 11 bis 19 Uhr

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