Künstliche Intelligenz gilt als wichtiges Zukunftsfeld in vielen Bereichen. Das Foto zeigt einen Roboter, der auf einer Ausstellung mit Gästen kommuniziert. Foto: dpa/Christian Charisius

Stadt und Region wollen sich als Standort für Zukunftstechnologien etablieren und beteiligen sich an einem vom Wirtschaftsministerium ausgeschriebenen Landeswettbewerb. Das Konzept der Stadt sieht einen Entwicklungsschwerpunkt für Künstliche-Intelligenz-Technologien im Stadtbezirk Vaihingen vor.

Stuttgart - Was tun, wenn der Transformationsprozess in der Automobilindustrie, aber auch der digitale Wandel in der Gesellschaft Arbeitsplätze kostet? Eine Antwort darauf sind Zukunftstechnologien wie etwa Künstliche Intelligenz (KI). Wie berichtet, bewerben sich die drei Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb gemeinsam um den Zuschlag bei dem vom Land Laden-Württemberg ausgeschriebenen und mit einer Fördersumme von 50 Millionen Euro dotierten Wettbewerb für einen KI-Innovationspark. Die Landeshauptstadt will für die nun folgende zweite Stufe des Wettbewerbs als Co-Finanzierung zunächst insgesamt fünf Millionen Euro investieren – in Form von Grundstücken auf Stuttgarter Gemarkung, Infrastruktur, Baukosten und Zuschüssen.

Im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats war die Zustimmung fraktionsübergreifend groß. Lediglich die Linksfraktion sowie die Fraktionsgemeinschaft PULS mahnten mehr Informationen über das Konzept, eine Bürgerbeteiligung sowie die Debatte über ethische Fragen der künstlichen Intelligenz an, die etwa beim Thema automatisiertes Fahren, aber auch in der Medizintechnik und vielen anderen Bereichen angewendet werden soll. Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht sprach von einem Projekt mit „internationaler Strahlkraft“, man stehe aber in Konkurrenz mit anderen Wettbewerbern und müsse daher bei der öffentlichen Kommunikation des Gesamtkonzepts Vorsicht walten lassen.

Allianz-Teilfläche und Eiermann-Campus als Standorte im Gespräch

Dementsprechend wurde über mögliche Standorte für einen KI-Innovationspark auch nur im nicht öffentlichen Teil der Sitzung am Freitag gesprochen. Nach Informationen unserer Redaktion kristallisieren sich gleich mehrere Standorte im Stadtbezirk Vaihingen als Optionen heraus: Zum einen ein Teil der Fläche am Vaihinger Bahnhof, die ursprünglich der Versicherungskonzern Allianz für seine neue Stuttgarter Zentrale beansprucht hatte, nun aber nicht mehr in vollem Umfang benötigt (56 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche). Zum anderen sind auch die denkmalgeschützten ehemaligen IBM-Verwaltungsgebäude auf dem Eiermann-Campus im Gespräch. Dort könnte ein Gründerzentrum Digitales Bauen entstehen. Zu guter Letzt ist ein Grundstück an den Oberen Waldplätzen nahe der A 831 im Visier der Stadt: Dort könnten Showrooms und Labore für die Anwendungen entstehen. Am Montag muss die Bewerbergemeinschaft ihr Konzept dem Wirtschaftsministerium einreichen. Die Entscheidung, wer den Zuschlag, erhält, fällt dann im Sommer.

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