Die Künstlerkolonie in Bad Cannstatt Foto: Peter Petsch

Es wäre eine Rettung in letzter Minute. Die Künstler von contain’t dürfen länger auf ihrem Gelände auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt bleiben. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs der Künstler mit den Bürgermeistern der Stadt Stuttgart.

Stuttgart - Es wäre eine Rettung in letzter Minute. Die Künstler von contain’t dürfen länger auf ihrem Gelände auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt bleiben. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs der Künstler mit den Bürgermeistern der Stadt Stuttgart.

„Wir sind sehr interessiert daran, dass es weitergeht“, sagt Finanzbürgermeister Michael Föll, „wir haben ein gutes, konstruktives Gespräch geführt.“ Im November endet der Pachtvertrag der Stadt mit dem Verein contain’t, den die Künstler gegründet haben. Bis ins Jahr 2015 hinein könne man diesen verlängern, sagt Föll. Womöglich gar bis Ende 2015. Das würde die Stadt gerne ermöglichen, doch „das hängt daran, was der Naturschutz uns vorgibt“.

Der Juchtenkäfer des Güterbahnhofsgeländes nahe dem Cannstatter Wasen ist die Eidechse. Von 2016 an sollen auf dem Areal Wohnungen gebaut werden, das hat der Gemeinderat beschlossen. Doch deshalb müssen Eidechsen umgesiedelt werden, und zwar auf das Gelände, wo die Architekten und Künstler gerade versuchen, die Grenzen zeitweiligen und zeitgemäßen Bauens auszuloten. Mit Veranstaltungen wollten sie ihr Projekt finanzieren, doch seit dem Umzug vor zwei Jahren haben sie dafür keine Genehmigungen erhalten.

Sie wollten alles im Einklang mit den Gesetzen machen, doch die sehr gründliche Arbeitsweise der Behörden kann für ein auf Zeit angelegtes Projekt wie contain’t zu langwierig sein. Nun geht das Geld aus, und ihnen läuft die Zeit davon. Deshalb riefen sie mit einem offenen Brief um Hilfe.

Die offenbar gewährt wird. Die Stadt gibt sich auch gesprächsbereit, was die Veranstaltungen angeht. „Der Atelierbetrieb war nie ein Problem“, sagt Föll, „der kann jederzeit stattfinden.“ Den Veranstaltungsbetrieb wolle man nun über Einzelgenehmigungen regeln. Das heißt, jede Veranstaltung soll einzeln genehmigt werden. „Dazu sind wir bereit“, sagt Föll, „zum Schutz der Anwohner gilt als Einschränkung allerdings: Wenn etwas anderes im Neckarpark stattfindet, dann soll bei contain’t nicht auch noch eine Veranstaltung stattfinden.“

Wie es nach 2015 weitergehen könne, wolle man prüfen. „Flächen für einen Atelierbetrieb haben wir“, sagt Föll, „sollen Veranstaltungen hinzukommen, wird eine Lösung schwieriger.“ Die Künstler von contain’t wollen „das Gespräch nun sacken lassen“ und sich am Sonntag bei einer Sitzung besprechen, ob und wie es weitergeht.

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