Die Künstler haben Aylan Kurdi auf eine 120 Quadratmeter große Mauer gesprüht. Foto: dpa

Im vergangenen Sommer ging das Foto von Aylan Kurdi, der tot an der türkischen Küste aufgefunden wurde, um die Welt. Zwei Künstler haben das Bild des Flüchtlingsjungen nun an eine große Mauer in Frankfurt gesprüht

Frankfurt - Zwei Graffiti-Künstler haben den syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi nach Frankfurt gebracht. Unmittelbar in der Nähe der europäischen Zentralbank sprühten Oguz Sen und Justus Becker das Bild des verstorbenen Kindes, das im vergangenen September während der Flucht im Mittelmeer ertrunken war und an der türkischen Küste nahe Bodrum gefunden wurde, an eine 120 Quadratmeter große Mauer an der Osthafenmole.

„Europa tot – Der Tod und das Geld“ nennen die beiden Künstler ihr Werk. Zur Hessenschau sagte Becker: „„Das Bild hat mich halt sehr bewegt. Und ich dachte, es wäre wichtig, das auch mal hierher zu bringen. Weil es die Leute ja erst interessiert, wenn es vor ihrer eigenen Haustür passiert.“ Sen sagte, dass er das Graffiti zuerst gar nicht umsetzen wollte, die menschenverachtenden Tendenzen ihn aber umgestimmt hätten.

Das Motiv des leblosen Körpers von Aylan Kurdi stammt von einem Foto, das im vergangenen Jahr um die Welt ging und für Trauer und Entsetzen sorgte. Die Familie des Dreijährigen hatte vor, mit Hilfe von Schleusern von der Türkei aus nach Griechenland zu flüchten. Nachdem das Flüchtlingsboot kenterte, starben sowohl die Mutter als auch der fünfjähriger Bruder, nur der Vater überlebte.

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