Kunst statt Schmierereien: Art U Zehn-Mitglieder verschönern die Wände, bevor der Cafébetrieb losgeht. Foto: Stoppel

Pünktlich zur Gartenschau eröffnet in Waiblingen ein besonderes Café: neben Kuchen und Kaffee wird hier Kunst serviert. Denn die Mitglieder der Gruppe Art U Zehn erschaffen vor Ort Gemälde zum Thema Wasser.

Waiblingen - Kaffee, Kuchen und Kunst: bei der Hahnsch’en Mühle auf der Waiblinger Großen Erleninsel erwartet Genießer bald so mancher Gaumen- und Augenschmaus. Denn pünktlich zum Beginn der Remstal-Gartenschau im Mai nimmt dort ein Künstler-Café seinen Betrieb auf. Während Besucher unter dem aus dicken Balken konstruierten Dach einer alten Remise ihren Cappuccino trinken, können sie Mitglieder der Waiblinger Künstlergruppe Art U Zehn beim kreativen Arbeiten zum Thema Wasser beobachten.

„Wir sind an jedem Gartenschau-Wochenende mit zwei bis drei Leuten da“, kündigt Michael Schäfer von der Gruppe an. Die Künstlerinnen und Künstler wollen rund um das alte Gebäude werkeln, wobei Anette King-Boeck betont: „Wir machen kein Schau-Malen, wir malen für uns. Aber wir erklären gerne, was wir tun.“ Doch vor der Malerei kommt das Malern. Denn das Garagenhäuschen neben der Remise ist kein schöner Anblick – die Wände sind komplett mit Farbe beschmiert. Statt dem blauen Krickelkrakel soll hier bald eine bunte Blumenwiese erblühen, haben die Kunstschaffenden gelant, wobei Ursula Schäfer sagt: „Das Bild entsteht nach und nach.“

Vom Lagerschuppen zur Küche

Ruckzuck ist ein Tisch im Park aufgebaut, um die Garage Malervlies auf dem Boden ausgebreitet. Mit Walzen und dicken Pinseln legen die Art-U-Zehn-Künstler los und verpassen den Wänden des Häuschens eine Grundierung in Grün-, Blau- und Brauntönen.

Das alte Backsteingebäude neben der Remise, das bisher von Vereinen als Lager genutzt wurde, hat die Künstlertruppe schon auf Vordermann gebracht: Die Löcher in den Wänden sind inzwischen verfüllt, die Wände und der Boden mit weißer Kalkfarbe gestrichen. In diesem Gebäude wird im kommenden halben Jahr der Kaffee gebraut und andere Getränke sowie Kuchen und kleine Speisen vorbereitet und ausgegeben.

„Am Anfang hat es sehr viel Fantasie gebraucht, sich das Gebäude, das ja eigentlich ein Lagerschuppen ist, als Küche vorzustellen“, sagt Elke Jergler. Gemeinsam mit Ursula Schäfer und Bettina Wyderka hat sie Unmengen von Listen erstellt und mit den Vereinen, die abwechselnd die Bewirtung der Besucher übernehmen, das Programm ausgetüftelt. „Der Philharmonische Chor singt und Amnesty International will Türen mit den Menschenrechten bemalen“, verrät Elke Jergler, „eigentlich wird an jedem Wochenende der Gartenschau irgendetwas geboten.“

Platz für rund 60 Gäste

Für die knapp 60 Gäste, die unter dem Dach der Remise Platz finden können, haben die Künstlerinnen und Künstler Stühle in schwarzer und weißer Farbe bemalt. „Die Stühle stammen aus dem Bestand der Kunstschule und sollten entsorgt werden“, sagt Ursula Schäfer. In der Garage stapeln sich schon runde, eckige und ovale Tische – alles Spenden von Bekannten oder Fundstücke vom Trödelladen. „Wir haben überall rumgefragt, wer uns einen Kühlschrank und Geschirr leihen kann“, erzählt Elke Jergler. Jedes Wochenende werde es eine Auswahl an Obst- und Rührkuchen geben. „Und wenn ein Verein ein Prosecco-Wochenende oder Maultaschen machen möchte, darf er das natürlich.“ Am ersten und letzten Gartenschau-Wochenende bewirtet Art U Zehn selbst die Gäste, kündigt Elke Jergler an: „Wir werden im Backhaus Holzofenbrot, Hefezopf und eventuell auch Fleisch aus dem Bräter anbieten.“

Zu diesen Zeiten ist geöffnet

Das Künstler-Café hat an allen Gartenschau-Wochenenden ab dem 11. Mai jeweils samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zu finden ist es bei der Hahn’schen Mühle im Bürgermühlenweg in Waiblingen.

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