Künstler am Bodensee „Zum Kotzen schön“

Von Bettina Hartmann 

Ein Mann radelt in Friedrichshafen kurz nach Sonnenuntergang auf der Molemauer am Ufer des Bodensee. Foto: dpa
Ein Mann radelt in Friedrichshafen kurz nach Sonnenuntergang auf der Molemauer am Ufer des Bodensee. Foto: dpa

Am Bodensee, vor allem auf der Halbinsel Höri, fanden in den vergangenen Jahrhunderten viele Künstler, Literaten und Philosophen Inspiration, Ruhe, aber auch Zuflucht­. Hier eine kleine Auswahl.

Am Bodensee, vor allem auf der Halbinsel Höri, fanden in den vergangenen Jahrhunderten viele Künstler, Literaten und Philosophen Inspiration, Ruhe, aber auch Zuflucht­. Hier eine kleine Auswahl.

Annette von Droste-Hülshoff. Foto: Wikipedia

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848), Schriftstellerin: Ihren Anspruch hat sie so formuliert: „Ich mag und will jetzt nicht berühmt werden, aber nach 100 Jahren möcht’ ich gelesen werden.“ Und tatsächlich: Zu Lebzeiten war das Werk von Annette von Droste-Hülshoff fast unbekannt. Heute jedoch gilt sie als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen. Geboren in Westfalen, auf dem Wasserschloss Hülshoff, verbrachte sie später immer wieder längere Zeit auf der mitteralterlichen Burg Meersburg, die ihrem Schwager Joseph von Laßberg gehörte. Dort entstand auch eines ihrer berühmtesten Werke: die Novelle „Die Judenbuche“. Am 24. Mai 1848 starb Droste-Hülshoff auf der Burg, vermutlich an den Folgen einer Lungenentzündung.

Hermann Hesse. Foto: dpa

Hermann Hesse (1877–1962), Schriftsteller: Künstler waren zwar schon zuvor vom Bodensee fasziniert, doch Hermann Hesse löste mit seinem Umzug auf die Halbinsel Höri einen Begeisterungssturm für die Region aus. Von 1904 bis 1912 lebte Hesse mit seiner Familie im abgelegenen Dörfchen Gaienhofen. Viele seiner Maler- und Dichterfreunde kamen zu längeren Besuchen in den idyllischen Landstrich. Zum einen gefielen ihnen dort die zum Teil spektakulären Lichtverhältnisse, zum anderen fanden sie Stille. Wegen der Nähe zur Schweizer Grenze wurde die Höri in den 30er Jahren dann auch Zufluchtsort für verfolgte Künstler wie Helmut Macke, Erich Heckel, Max Ackermann und Otto Dix – was die Höri als Malerwinkel berühmt machte. Im Dorfkern von Gaienhofen befindet sich heute das Hermann-Hesse-Höri-Museum.

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