Die nächsten Wochen sind für das Umweltzentrum in Stuttgart entscheidend. Das Haus mitten in der Stadt ist eine Mietergemeinschaft der besonderen Art. Doch ihr Fortbestand steht auf dem Spiel.
Als er die Nachricht bekommen hat, sei sein erster Gedanke gewesen: „Das ist eine Katastrophe“, erzählt Gerhard Pfeifer, der Regionalgeschäftsführer des BUND. Im Frühjahr 2023 hat er erfahren, dass das Haus, in dem das Umweltzentrum Stuttgart seit 33 Jahren seinen Sitz hat, verkauft werden soll. Der Mietvertrag endet mit diesem Jahr.
Es handelt sich um ein zweistöckiges Haus mit 560 Quadratmeter Geschossfläche und 600 Quadratmeter Grundstücksfläche in zweiter Reihe am Rotebühlplatz, zentral gelegen und trotzdem ruhig. Das Besondere am Umweltzentrum: es ist eine Art Mietergemeinschaft verschiedener Akteure.
Im Umweltzentrum sind verschiedene Akteure
Die Adresse teilen sich derzeit der ADFC Kreisverband Stuttgart, der BUND Regional- und Kreisverband Stuttgart, die BUND-Jugend Baden-Württemberg, Mehr Demokratie, die Naturschutzjugend Baden-Württemberg und der VCD Kreisverband Stuttgart. Das sei über die Jahre so gewachsen und habe natürlich viele Vorteile, erzählt Gerhard Pfeifer. „Alle, die hier waren, schwärmen vom Geist des Umweltzentrums.“
Doch nun hängt eine dunkle Wolke über der besonderen Einrichtung. Nachdem der erste Schock über den Verkauf verdaut war, sei ihnen klar geworden: „So etwas gibt es nur einmal und nie wieder“, sagt Pfeifer. Auch von der Lage her, „das ist unschlagbar“. Deshalb habe man einen Plan geschmiedet. Der BUND Landesverband könne sich vorstellen, als Käufer aufzutreten und an die anderen langfristig zu vermieten, sagt er. Der BUND belege derzeit rund ein Drittel der Fläche. Doch den sechsstelligen Kaufpreis könne er nicht aus Rücklagen alleine stemmen. Allenfalls die Hälfte.
Crowdfunding für das Umweltzentrum
Um den großen Rest zusammenzubekommen, läuft seit knapp drei Wochen eine Crowdfunding-Kampagne für das Umweltzentrum. Besonders freue man sich natürlich über Spenden, sagt Gerhard Pfeifer. Aber auch zinsgünstige Direktkredite seien willkommen. Erreichbar ist er als Koordinator per Mail an gerhard.pfeifer@bund.net oder telefonisch unter 0711/61970 40. Ob es am Ende reicht, werde man Anfang Oktober wissen. Was er derzeit als Zwischenstand sagen kann: „Wir haben einen guten Lauf.“