Der Küchenhersteller Alno ist seit Jahren finanziell unter Druck. Foto: dpa

Seit gut einer Woche hat allein der Insolvenzverwalter das Sagen beim Küchenbauer Alno. Martin Hörmann soll auch die Vergangenheit aufarbeiten. Vorrang hat aber ein anderes Ziel.

Pfullendorf - Nach dem Übergang in ein reguläres Verfahren will Alno-Insolvenzverwalter Martin Hörmann möglichst schnell für Ruhe bei dem Küchenhersteller sorgen und verloren gegangenes Vertrauen bei Kunden und Lieferanten zurückgewinnen. Parallel werden ein oder mehrere Investoren gesucht, die das Pfullendorfer Unternehmen entweder komplett oder in Teilen übernehmen. „Ruhe ist das oberste Gebot“, sagte Hörmann. Es gehe vor allem darum, die Probleme mit fehlenden Küchenbauteilen zu lösen, die zuletzt für massiven Ärger bei den Kunden gesorgt hätten. „Unser Fokus liegt darauf, zu schauen, dass wir das beheben können.“

Den vor allem über die Medien ausgetragenen Streit früherer und aktueller Gesellschafter und Vorstände des Unternehmens will Hörmann nicht kommentieren.

Alno hatte am 12. Juli nach jahrelangem Kampf gegen die finanzielle Misere Insolvenz angemeldet. Die Tochterunternehmen Pino und Wellmann zogen einige Tage später nach. Das zuständige Gericht stimmte zu, dass sich der Konzern in Eigenverwaltung saniert. Das Management hielt daher zunächst weiter die Fäden in der Hand, Hörmann agierte als Sachwalter nur unterstützend. Vergangene Woche zog die Alno-Führung den entsprechenden Antrag jedoch zurück, seitdem läuft ein reguläres Insolvenzverfahren mit Hörmann als Verwalter.

Die Rücknahme der Eigenverwaltung sei einerseits ein Wunsch einiger Kunden gewesen, die Sanierung einem unabhängigen Verwalter anzuvertrauen. Andererseits, sagte Hörmann, müssten zahlreiche Rechtsgeschäfte aus der Zeit vor der Insolvenz überprüft werden. Das werde lange dauern - zu lange für ein Verfahren in Eigenverwaltung. „Die Aufarbeitung dieser ganzen Themen ist extrem komplex.“

Oberstes Ziel sei weiterhin, einen Käufer zu finden - entweder für den gesamten Konzern oder für einzelne Teile. „Je früher wir wissen, in welche Richtung es geht, desto positiver ist das auch für die Kunden“, sagte Hörmann.

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