Der Küchenchef der Zirbelstube kann dort seit nunmehr anderthalb Jahren nicht seiner Profession nachgehen. Aber Denis Feix verzagt nicht und ist rund um seine ehemalige Wirkungsstätte in Bad Griesbach aktiv.
Stuttgart - Anton Gschwendtner vom Zweisternerestaurant Olivo im Hotel Graf Zeppelin wechselt ins Dreisternerestaurant Atelier des Bayerischen Hofs in München. Marco Akuzun, ehemaliger Küchenchef des geschlossenen Top Air im Flughafen Stuttgart, eröffnet in Weingarten bei Ravensburg seine Syrlin Speisewelt. Was aber macht der Dritte von den ehemals besten Köchen Stuttgarts? Schließlich ist die Zirbelstube im Schlossgartenhotel, in dem Denis Feix und seine Frau Kathrin angestellt sind, wie das Olivo seit März 2020 nicht mehr in Betrieb.
Meiste Mitarbeiter haben sich neu orientiert
Anderthalb Jahre Kurzarbeit null für einen Spitzenkoch – wie fühlt sich das an? Wir erreichen Denis Feix in Bad Griesbach, wo er und seine Frau ein Haus haben. Im niederbayerischen Kurort war Feix bis zu seinem Wechsel nach Stuttgart Küchenchef des 2016 geschlossenen Zweisternerestaurants Il Giardino. Wann und wie die Zirbelstube wieder ihren Betrieb aufnehmen wird, kann Feix natürlich ebenso wenig sagen wie der Direktor des Schlossgartenhotels Ulrich Schwer. Es sei aber früh kommuniziert worden, dass das Sternerestaurant wohl eher länger geschlossen bleibe. Die meisten Mitarbeiter hätten sich deshalb neu orientiert, denn, so Feix: „Gute Leute werden überall gesucht.“ Der einstige Mâitre Pascal Foechterlé zum Beispiel ist inzwischen Restaurantleiter bei seinem Landsmann Patrick Giboin im Degerlocher Fässle.
Für einen besonderen Abend der Gastkoch
Denis Feix sagt zwar, „die aktuelle Situation ist schwierig, aber wir warten erst einmal weiter ab“. Untätig sei er nicht, denn zusammen mit seiner Frau Kathrin Feix, der Sommelière, mache er kleinere Kooperationen rund um Bad Griesbach. „Es gibt viel Hotellerie hier, hin und wieder bekommen wir eine Location gestellt“. Er sei dann für einen besonderen Abend der Gastkoch, je nach Größe des Events mit Unterstützung vom Küchenteam des Hauses. Seine Frau stelle thematisch passend die Weinbegleitung zusammen. „Viele Gäste sind glücklich, ein gutes Restaurant besuchen zu können“, sagt Feix, aber wie überall gebe es auch in Niederbayern „zu wenige Mitarbeiter“.
Experimente mit kaum bekannten Kräutern
Ansonsten erfreue sich der Spitzenkoch daran, was sein Garten so hergibt. „Die Walderdbeeren stellen alles in den Schatten.“ Zudem experimentiere Feix mit kaum bekannten Kräutern. „Vielleicht kann ich das im großen Stil mal im Restaurant anwenden.“ Hoffentlich eines Tages wieder in der Zirbelstube. Der Küchenchef und seine Frau jedenfalls stünden bereit. „Wenn es irgendwann einen Neustart gibt, muss man natürlich erst einmal Mitarbeiter suchen. Aber vielleicht kommen ja auch einige zurück“, so Feix.