Funde von der bundesweiten Razzia vom Mittwoch. Foto: LKA Baden-Württemberg

Ein bei der Razzia in Schmiden gefundenes Notizbuch könnte dem KKK jetzt Probleme bereiten. In sozialen Medien posieren Mitglieder der „National Socialist Knights“ mit Waffen und Nazi-Devotionalien.

Rems-Murr-Kreis - Der Ku-Klux-Klan ist für uns ein Exot“, räumt ein Sprecher des baden-württembergischen Landeskriminalamts ein. Tatsächlich mutet der ursprünglich aus den USA stammende Geheimbund mit seinen typischen Roben und Riten zunächst äußerst skurril an. Dass die „National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland“ (NSK) dennoch mit „teutscher“ Gründlichkeit Mitglieder und Beitragszahlungen dokumentiert haben, könnte dem Geheimbund nun Probleme bereiten.

Auch bei der Razzia in Fellbach-Schmiden soll laut einer zuverlässigen Quelle ein Büchlein mit Namen und Zahlungen gefunden worden sein. Fünf Euro – so viel verlangte der Geheimbund im Monat demnach für eine Mitgliedschaft.

Eine deutsche Splittergruppe des KKK veröffentlicht Verhaltensregeln im Netz

Dass bei den Razzien unter anderem mehrere Schwerter gefunden wurden, hat sicherlich auch Symbolcharakter: Mitglieder des Klans verstehen sich selbst als Ritter und als elitärer Kreis. Dies zeigt sich nicht nur daran, dass die Splittergruppen Namen wie „Militant Knights of the Ku Klux Klan – Realm of Germany“ tragen. Manche von ihnen stellen auch Regeln auf, wie sich wahrhafte Ritter zu verhalten hätten.

Auf der Webseite der Gruppierung „Teutonische Ritter des Ku Klux Klan in Deutschland“ ist beispielsweise zu lesen, Mitglieder sollten Alkohol nur mit Bedacht trinken, um keine Geheimnisse auszuplaudern. Außerdem achte ein wahrer Ritter stets auf seine Gesundheit – und sei „stets mutig und bereit zu kämpfen“.

Mitglieder der „National Socialist Knights“ posieren mit Waffen

Ob auch die am Mittwoch bundesweit bekannt gewordenen NSK sich einem solchen Kodex unterworfen haben, ist nicht bekannt. Was die Kampfbereitschaft angeht, scheinen die Mitglieder des nun entdeckten bundesweiten Neonazi-Ritterbundes diese Werte jedenfalls verinnerlicht zu haben: Das Nachrichtenportal ­t-online.de hat sich auf dem russischen Pendant zum sozialen Netzwerk Facebook, VK.com, umgesehen.

Dort posieren mutmaßliche NSK-Mitglieder nicht nur mit den für den Ku-Klux-Klan typischen Roben, sondern auch mit Waffen und Nazi-Devotionalien wie Tassen mit dem Konterfei Adolf Hitlers. Und: „Make the German Empire great again“, ist in einem Post vor einer Karte des Deutschen Reiches zu lesen. Im Mai erwähnte ein laut eigenen Angaben hochrangiges Mitglied erstmals die Gründung eines baden-württembergischen Landesverbandes der „Nationalsozialistischen Ritter“.

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