Auf dem Kronprinzplätze gibt es häufig Firmenwerbeveranstaltungen Foto: Peter Petsch

Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) möchte das Kronprinzplätzle von Veranstaltungen und Firmenwerbungen befreien. Und auch die Plätze für Infostände sollen neu bestimmt werden. Platzverweise könnten ab 2016 ausgesprochen werden.

Stuttgart - Wenn es nach dem Stuttgarter Ordnungsbürgermeister geht, wird es auf dem Kronprinzplätzle im Stadtzentrum etwa von 2016 an nicht mehr Firmenwerbeveranstaltungen geben. Martin Schairer will den zuständigen Gremien wie dem Bezirksbeirat Mitte und den Gemeinderatsausschüssen vorschlagen, mindestens versuchsweise auf den Rummel zu verzichten.

Dass die Ladengeschäfte auf diesem Abschnitt der Kronprinzstraße sehr oft von Verkaufsständen, Transportern oder Zelten zugestellt wurden, hatte in den vergangenen Jahren die Geschäftsleute zunehmend verärgert. Denn sie gerieten ins Hintertreffen. Außerdem wurden oft Dinge beworben, wie sie auch in Stuttgarter Ladengeschäften angeboten werden – und zwar von Betreibern, die hier hohe Mieten und auch Steuern zahlen. Nach einem Bericht unserer Zeitung ­reagierten die CDU-Gemeinderatsfraktion und Bürgermeister Schairer mit Überlegungen, den Wildwuchs einzuschränken.

Immer mehr Kommerzveranstaltungen

Bis dahin hatten sich die Kommerzveranstaltungen immer mehr gehäuft. Die Stadtverwaltung versuchte auf diese Weise, den Schlossplatz als wichtigsten Platz zu entlasten. Gewerbliche Veranstaltungen, abgesehen von der Eislaufanlage, sollten nicht auch noch den wichtigsten Platz der Stadt überfrachten. Er ist schon massiv durch Kundgebungen, große Infoveranstaltungen und den Weihnachtsmarkt belegt. Künftig könnten Kommerzveranstaltungen statt auf dem Kronprinzplätzle aber auch auf dem Wilhelmsplatz, der Querspange zwischen Rotebühlplatz und Wilhelmsplatz oder im Europaviertel auf dem Mailänder Platz und dem Pariser Platz stattfinden, meint Schairer. Er muss für diese Ideen aber noch die Zustimmung von Bezirksbeiräten und Stadträten einholen. Wird die neue Regelung beschlossen, könnte sie etwa von Anfang 2016 an greifen – noch bevor die Fußgängerzone in der Kronprinzstraße neu gepflastert wird.

Wie die Werbeveranstaltungen sollen auch die Infostände von Vereinen, Parteien und Bürgerinitiativen auf einen größeren Bereich verteilt werden. Der Plan für neue Richtlinien über die Sondernutzung von Straßen und Plätzen kommt nicht von ungefähr, sind doch auch der Cityring und das Stadtzentrum mit den Handelsgeschäften gewachsen. Sie reichen nach Auffassung der Verwaltung nun vom Einkaufszentrum Gerber an der Paulinenstraße bis zum Einkaufszentrum Milaneo an der Wolframstraße.

Zurzeit Verhandlungen über die Verträge

Im alten Zentrum bleibt noch genug Rummel übrig. Der neue Belegungsplan der Verwaltung weist dort fast 40 Veranstaltungen wie Konzerte, Kundgebungen und Feste an mehr als 200 Tagen aus. Zu viele davon konzentrieren sich noch auf den Schlossplatz, meint der Bezirksbeirat. Er verstand es am Montagabend immerhin als Lichtblick, dass die Eislaufbahn diesmal nicht schon Mitte Oktober aufgebaut werden soll. Sie soll vom 18. November bis 31. Dezember geöffnet sein, hatte die Verwaltung mitgeteilt.

Da sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, sagte Stefan Kinzler, einer von zwei Betreibern, unserer Zeitung. Zurzeit verhandle man über die Vertragsverlängerung über 2015 hinaus – und über die Veranstaltungsdauer.

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