Nicht alle Sportstätten in Sindelfingen sind so gut in Schuss wie das frisch sanierte Floschenstadion. Foto: Stefanie Schlecht/Archiv

Undichte Hallendächer, kaltes Wasser, defekte WCs: Der VfL Sindelfingen beklagt den Zustand vieler Sportstätten in der Stadt.

Gute Nachrichten hatte Präsident Heinrich Reidelbach bei der Delegiertenversammlung des VfL Sindelfingen vor den 133 Vertretern der 28 Abteilungen im Glaspalast zu verkünden. Der Verein ist um 370 auf 9391 Mitgliedern zum Jahresbeginn 2025 gewachsen und damit auf den höchsten Stand seit 20 Jahren.

 

Kritik äußerte der VfL-Präsident dagegen am maroden Zustand mancher Sportanlagen. „Viele unserer Trainingsstätten befinden sich in einem Zustand, der einem modernen Trainingsbetrieb nicht mehr gerecht wird“, so Heinrich Reidelbach in Richtung Stadt, die er ansonsten für eine gute Zusammenarbeit lobte.

Die Mängellisten sind lang

Außerdem könne der größte Sindelfinger Verein aufgrund mangelnder Hallenkapazitäten „nicht allen interessierten Kindern und Jugendlichen ein Sportangebot machen“. Noch mehr unter den Nägeln brennt Reidelbach und seinen Mitstreitern der Zustand der Sportanlagen von der Goldberghalle bis zur Realschulturnhalle im Hinterweil.

Längst habe man Mängellisten erstellt und an die Stadtverwaltung weitergereicht mit Kritikpunkten von undichten Hallendächern bis hin zu kaltem oder gar keinem Wasser aus Duschen oder stinkenden und defekten WCs. Kleinere Mängel seien mittlerweile behoben, konnte der VfL-Präsident wenigstens ein Stück weit Entwarnung geben. Bei größeren aber würden haupt- und ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter auf eine Fertigstellung in bis zu sechs Jahren vertröstet, so dass sich bei dem einen oder der anderen bereits Resignation breit mache.

Einen Schuh, den der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer (CDU) bei seinem letzten offiziellen Auftritt vor einer VfL-Delegiertenversammlung mitsamt einstimmig durchgeführter Entlastung der Verantwortlichen so nicht auf sich sitzen lassen wollte. „Es ist völlig richtig zu kritisieren“, sagte Vöhringer, verwies aber auf das erst im vergangenen wiedereröffnete komplett sanierte Floschenstadion einschließlich der von den Leichtathleten geforderten neuen blauen Rundbahn.

Das Stadtoberhaupt kann nicht zaubern

„Wir müssen an den Themen arbeiten“, so das Stadtoberhaupt, „aber eine komplette Infrastruktur auf einmal zu sanieren, wäre Zauberei.“ Es gehe nur Schritt für Schritt und natürlich unter Rücksicht auf immer höher werdende bürokratische Hürden wie EU-weite Ausschreibungen mit Hilfe eigens beauftragter Spezialisten.

Ehrungen (von links): Präsident Heinrich Reidelbach, Siegfried und Theresia Seider, Michael Frick, Markus Graßmann sowie VfL-Vizepräsident Andreas Bonhage. Foto: H. Schmidt

Er sei „stets eine Stimme für den Sport“ gewesen, lobte Heinrich Reidelbach den scheidenden OB gleichwohl. In seinem Jahresbericht 2024 hob der VfL-Vormann die Erfolge des Vereins im Freizeit-, Breiten- und natürlich Spitzensport bis hin zu drei Sindelfinger Teilnehmern bei den Olympischen Spielen in Paris besonders hervor.

Kein Pächter, kein Biergarten

Ein Erfolgsmodell sei auch die erweiterte VfL-Sportwelt mit fast 3000 Mitgliedern, 1500 Teilnehmern an Reha-Kursen und 94 Gesundheitstagen.

Allerdings benötige das Gelände weiterhin eine Gastronomie. „Es gibt auch in diesem Jahr nach dem Ausstieg des Pächters noch keinen Biergarten“, musste Reidelbach zerknirscht eingestehen.

Ehrungen

Nadeln
Michael Frick, langjähriger Abteilungsleiter Ju-Jutsu/Kung-Fu, erhielt die Goldene Verdienstnadel. Die selbe Auszeichnung wurden Markus Graßmann, bis 2017 Leichtathletikabteilungsleiter und seitdem im Vorstand des Hauptvereins, zuteil sowie Radsportabteilungsleiter Josef Erb.

Ehrenmitglied
Zum neuen VfL-Ehrenmitglied ernannt wurde Siegfried Seider, der als „eine tragende Säule der Fußballabteilung“ unter vielem anderen seit 1961 über 1250 Spiele als Schiedsrichter geleitet hat.