Die Aktionäre sind unzufrieden mit der schwachen Entwicklung in diesem Jahr. Diese hat allerdings auch mit hohen Investitionen in die Zukunft zu tun.
Es wird seine Gründe haben, dass der Stuttgarter Autohersteller Porsche sich in diesem Jahr wieder ins Internet zurückzieht, um den Aktionärinnen und Aktionären Rede und Antwort zu stehen. Denn im vergangenen Jahr, als man die Anleger zur Hauptversammlung nach Stuttgart einlud, strömte Konzernchef Oliver Blume reichlich Zustimmung entgegen. Innerhalb von nur einem Jahr hat sich die Stimmung allerdings deutlich verschlechtert. Es wäre ein gutes Signal, sich den Anlegern auch in dieser Lage zu stellen, anstatt sich hinter Kameras zu verschanzen – zumal die aufgeworfenen Fragen in der Tat von größter Bedeutung sind.
Porsche hat sich bei der Elektrifizierung der Autopalette ähnlich ambitionierte Ziele gesetzt wie einst Mercedes-Chef Ola Källenius, der bereits vor Monaten auf einen realitätsnäheren Kurs umgeschwenkt ist. Angesichts des großen Experiments, inmitten der Marktschwäche mit dem Macan eines der beiden volumenstärksten Modelle auf die E-Mobilität umzurüsten, bedeutet die Entwicklung des E-Markts für Porsche eine besonders große Unsicherheit, zumal die Verbrennerversion in Europa wegen EU-Regeln zur Cybersicherheit bald nicht mehr auf den Markt gebracht werden darf.
Gute Entwicklung in Südostasien
Ungeachtet der abgekühlten Stimmung der Anleger gibt es aber auch gute Gründe, nicht in Trübsal zu verfallen. Porsche ist auf einem strammen Wachstumskurs in Südostasien – und damit in einer aufstrebenden Wirtschaftsregion, in der fast so viele Menschen leben wie in den USA und der EU zusammen. Das wirkt der gefährlichen Abhängigkeit von China etwas entgegen. Zudem besteht der Hauptgrund für das Absacken der Rendite darin, dass fünf von sechs Baureihen in diesem Jahr neu anlaufen. Porsche unternimmt somit vieles, um an die Erfolge anzuknüpfen und das schwache Jahr 2024 hinter sich zu lassen.