Früher Chefin des Stuttgarter Kunstmuseums, heute der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen: Marion Ackermann Foto: Foto: dpa

Nach ihrem Wechsel vom Kunstmuseum Stuttgart auf den Chefsessel der Kunstsammlung

Nach ihrem Wechsel vom Kunstmuseum Stuttgart auf den Chefsessel der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sieht sich Marion Ackermann immer wieder mit alten Vorwürfen gegen die Kunstsammlung und neuen Anwürfen gegen ihre Person und ihre Ziele konfrontiert. Nun steht auch die bereits in Stuttgart angekündigte Beuys-Aufarbeitung in der Kunstsammlung unter Beschuss. Gerhard van der Grinten, Sohn der niederrheinischen Beuys-Sammlerfamilie Van der Grinten, wirft in einem Gespräch mit der Berliner Kunstzeitschrift "Monopol" dem Land Nordrhein-Westfalen, aber auch Ackermann persönlich Versäumnisse und Unwahrheiten im Umgang mit dem Beuys-Museum Moyland in Bedburg-Hau am Niederrhein und der geplanten Beuys-Schau in der Kunstsammlung vor.

"Völlig unsinnig und schlichtweg falsch"

Van der Grintens Vorwurf: Das Land wolle Moyland finanziell austrocknen und die Beuys-Sammlung nach Düsseldorf verlagern. Kulturstaatssekretär Heinrich Grosse-Brockhoff wies dies am Mittwoch als "unerhörte Behauptungen" zurück. Statt angeblich sinkender Förderung für das Museum Moyland sei das genaue Gegenteil der Fall, erklärte der Kulturstaatssekretär. Von 2,3 Millionen Euro 2005 seien die Landesmittel auf nun 2,9 Millionen Euro gestiegen. Im kommenden Jahr sei eine Summe von 3,3 Millionen Euro vorgesehen, um den Neustart des Museums unter Leitung von Bettina Paust zu unterstützen.

Noch deutlicher wird Marion Ackermann: "Völlig unsinnig und schlichtweg falsch" sei van der Grintens Vorwurf, Heiner Bastian organisiere die Beuys-Schau in der Kunstsammlung. Ackermann: "Hier hat es wohl jemand mit der Wahrheit nicht so genau genommen." Die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen will die geplante Beuys-Ausstellung unter dem Titel "Parallelprozesse" präsentieren - unter den aktuellen Aspekten erscheint dies durchaus weitsichtig. (StN)

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