Die Bundesliga soll unter strengen Hygienevorschriften zurückkommen. Viele Fans sehen das kritisch. (Symbolbild) Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Bundesligateams dürften durch Geisterspiele während der Corona-Krise Probleme bekommen. Davon geht Fan-Forscher Harald Lange aus. Er kritisierte zudem den Umgang mit Spielern, die ihre Meinung zu einer Bundesliga-Fortsetzung äußerten.

Leipzig - Der Fan-Forscher Harald Lange sieht durch Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga Probleme auf die Clubs zukommen. „Einige Vereine werden davon profitieren, die meisten aber große Probleme bekommen. Es wird die Spaltung der Liga nur noch befeuern“, sagte Lange am Mittwoch bei „Sport im Osten“. Für den Professor für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg kommt durch die Corona-Krise das ganze Dilemma des professionellen Fußballs zum Vorschein, da der „Kernfußball auf den Kommerz reduziert“ worden sei.

Lesen Sie auch: Sportmediziner warnt vor fatalen Folgeschäden bei Sportlern

Dass Fußball-Anhänger oder Teile der Fanszenen in der Krise „nicht geschlossen hinter ihren Mannschaften“ stehen, ist für den Wissenschaftler durchaus erstaunlich. Dass Clubs für Geisterspiele das mögliche Einspielen von Beifall vor leeren Rängen angekündigt haben, ist laut Lange für Fans „einfach nur lächerlich“.

Der Forscher kritisiert zudem den Umgang einzelner Clubs mit Spielern, die zur möglichen Saison-Fortsetzung öffentlich ihre Bedenken geäußert hatten. Auch dies führe dazu, dass sich viele Anhänger abwenden. „Das Produkt Fußball wird in diesem Maße an Bedeutung verlieren. Die Leute werden sich andere Hobbys suchen. Deshalb muss der Fußball in der Zukunft anders gestaltet werden“, meinte Lange.

Aktuelle Meldungen, wissenswerte Hintergründe und nützliche Tipps – in unserem Dossier bündeln wir alle Artikel zu Corona.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: