Die Einbrecher waren vergangenes Jahr im Bezirk weniger aktiv: Etwa um ein Viertel ging die Zahl der Wohnungseinbrüche in Feuerbach zurück. Foto:  

Revierleiter Jörg Schiebe hat im Bezirksbeirat Feuerbach die Kriminalstatistik 2017 für den Stadtbezirk vorgestellt. Nach wie vor gelte: „Feuerbach ist ein sicherer Stadtbezirk.“

Feuerbach - Es war sein letzter Besuch im Bezirksbeirat Feuerbach. Jörg Schiebe nutzte den Termin „Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für den Stadtbezirk Feuerbach 2017“ am Dienstag vergangener Woche, um der dort am Ratstisch versammelten Riege der Kommunalpolitiker Lebewohl zu sagen. Denn Schiebe übernimmt voraussichtlich bereits Anfang August die Leitung des 6. Reviers in Bad Cannstatt (wir berichteten). Er bedankte sich kurz bei den Mitgliedern des Gremiums für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen sieben Jahren und diese bedankten sich auch bei ihm, indem sie im kollektiven Takt auf die Tische klopften. Bis Schiebes Nachfolger im Polizeirevier Kärntner Straße feststeht, wird Andreas Roux das 8. Revier im Stadtbezirk leiten.

Hohe Dunkelziffer bei der Computer-Kriminalität

Die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in Feuerbach enthielten in der Summe wenig Überraschendes. Das Positive: Die Zahl der registrierten Straftaten ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren rückläufig. 2160 Straftaten sind im Jahr 2017 im Stadtbezirk Feuerbach festgestellt worden. 2016 waren es noch 2205 gewesen – also 45 mehr. Freilich ist diese Statistik kein exaktes Abbild der Realität. Die Dunkelziffer, also die Zahl der nicht bei der Polizei registrierten und angezeigten Fälle, ist in manchen Bereichen sehr groß. So zum Beispiel auch bei der Computer- oder Cyber-Kriminalität.

Nimmt man die Gesamtstadt in den Fokus, fällt der Rückgang der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr deutlicher aus. Die Polizei verzeichnet für 2017 insgesamt 54 255 Straftaten. Um 4613 Delikte ging die Zahl im Vergleich zu 2016 (58 868) zurück. Weniger passiert ist in den Bereichen Diebstahl, darunter fällt auch das Deliktfeld der Wohnungseinbrüche. Aber auch die Straßenkriminalität wie Raub und sogenannte Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum gingen zurück. Auffällige Zunahmen verzeichnete die Polizei hingegen bei der Rauschgiftkriminalität, der Computerkriminalität und beim Bereich Cybercrime.

Die Kriminalität im Stadtbezirk liegt unter dem städtischen Mittelwert

Vergleicht man den Stadtbezirk Feuerbach mit der Gesamtstadt, so ist festzustellen, dass die Bürger hier etwas sicherer als an anderen Stellen der Landeshauptstadt leben: Denn im Stadtbezirk wohnen zwar rund fünf Prozent der Stuttgarter Einwohner (30 336), die Zahl der statistisch erfassten Straftaten liegt aber im Vergleich dazu lediglich bei vier Prozent. Das heißt: Die Kriminalität im Stadtbezirk liegt unter dem Mittelwert der Stadt: „Feuerbach ist ein sicherer Stadtbezirk“, fasste Jörg Schiebe zusammen.

Allerdings liegt auch ein anderer Wert unter dem Durchschnitt der Gesamtstadt – gemeint ist die Aufklärungsquote. Sie beträgt in Feuerbach 61,9 Prozent. In ganz Stuttgart wurden 64,3 Prozent der Fälle aufgeklärt. Obwohl Feuerbach hinter der Gesamtstadt noch zurückliegt, hat der Stadtbezirk bei der Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr gewaltig an Boden gutgemacht. Denn 2016 lag die Aufklärungsquote noch bei 56,6 Prozent.

Zugenommen haben Raubüberfälle und Sexualdelikte

Insgesamt zog Schiebe ein positives Fazit: Die Wahrscheinlichkeit Opfer einer Straftat zu werden, sei in Feuerbach gering. Zurückgegangen sind verschiedene Deliktbereiche, darunter auch Diebstähle und Wohnungseinbrüche. Zugenommen haben dagegen Sexualdelikte, Raubüberfälle aber auch Graffiti-Schmierereien. Auch bei den Betrugsdelikten gebe es „ein deutliches Plus“, betonte der Feuerbacher Revierleiter. Was ebenfalls aus der Kriminalstatistik – zumindest tendenziell – abgelesen werden kann, ist die Tatsache, dass das Klima und der Ton gegenüber der Polizei, aber auch gegenüber Rettungskräften immer rauer wird. Die Repräsentanten der öffentlichen Ordnung, aber auch Helfer bei Not- und Unfällen, werden häufiger als früher Opfer von Beleidigungen, Bedrohungen und Attacken. „Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte – alle werden angegangen, das ist ein allgemeines Problem“, sagte Schiebe. Dementsprechend hat das Deliktfeld „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ auch in Feuerbach zugenommen.

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