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Straftaten im Städtevergleich: Mehr Gewalt am Neckar, mehr Einbrüche am Main.

Stuttgart - Mit 58 000 Straftaten im vergangenen Jahr zählt Stuttgart zu einer der sichersten Großstädte Deutschlands. 77 Prozent der Stuttgarter fühlen sich nach einer Umfrage des Internetstädteportals Meine-stadt.de sicher. Das klingt beruhigend – ganz anders als in Frankfurt am Main, wo es letztes Jahr knapp 110 000 Straftaten gab.

Die Main-Metropole steht seit jeher auf einem traurigen Spitzenplatz, wenn es um Kriminalität in Deutschland geht. Kein Wunder, Millionen Pendler sind in Frankfurt unterwegs. 2105 Wohnungseinbrüche am Main – da geht es an Neckar und Nesenbach mit 933 Fällen relativ beschaulich zu. Gleiches gilt für Autoaufbrüche: 4016 Fahrzeuge sind im vergangenen Jahr in Frankfurt geknackt worden – in Stuttgart waren es fast sechsmal weniger.

Viele der Gewaltopfer in Stuttgart stammen aus den Reihen der Polizei

Umso erstaunlicher, dass die baden-württembergische Landeshauptstadt in Sachen Faustrecht in negativer Hinsicht führend ist: 6901 Körperverletzungen registrierte die Polizei in Stuttgart – so viele wie noch nie. Selbst vor 20 Jahren, als es noch erheblich mehr Kriminalität gab, hatte es fast nur halb so viele Fälle gegeben. Selbst die böse Main-Metropole ist da relativ ein Waisenknabe – mit lediglich 5671 Körperverletzungen.

Woran es liegt, vermögen beide Polizeipräsidenten nicht zu erklären. Der seit Jahren beklagte ruppigere Umgang unter Jugendlichen, die Lust an Gewalt in engem Zusammenhang mit Machtgehabe, die Unfähigkeit, Konflikte verbal auszutragen – all das gibt es in allen Städten. Auch mit dem sogenannten Wutbürger, der durch den Stuttgart-21-Protest geprägt wurde, hat dies kaum etwas zu tun. Vielleicht liegt es daran, dass in Stuttgart eher Anzeige erstattet wird und öfter ganze Cliquen an den Prügeleien beteiligt sind.

Polizeilich registrierte 11 900 Opfer in Stuttgart – das klingt nicht gerade nach beschaulicher Stadt. Selbst Frankfurt liegt mit 10 800 Opfern deutlich darunter. 777 Stuttgarter Opfer stammen übrigens aus den Reihen der Polizei: Erstmals haben die Stuttgarter Ordnungshüter jene Beamten, die Blessuren bei widerborstigem Widerstand erlitten haben, in die Statistik eingearbeitet.

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