Blick in einen Saal des Kriminalgerichts Moabit kurz vor Beginn des Prozesses gegen den 30-jährigen, der die Rohrbomben gebaut und gezündet haben soll. Foto: Jörg Carstensen/dpa Foto: dpa

Im vergangenen Winter explodierten in Berlin-Schöneberg achte Rohrbomben. Nun steht deswegen ein Lehrer vor Gericht. Dort spricht er von inneren Konflikten und Überforderung.

Berlin - Ein mutmaßlicher Rohrbombenbauer, der in Berlin mehrere Sprengsätze gezündet haben soll, hat vor dem Landgericht gestanden.

Er sei schockiert über seine Taten und bitte um Entschuldigung, erklärte der 30-jährige Lehrer am Dienstag zu Prozessbeginn am Landgericht. Innere Konflikte und Überforderung habe er mit Pyrotechnik zu kompensieren versucht.

Es sei ihm nicht darum gegangen, Menschen zu verletzen oder Dinge zu zerstören, beschrieb der Angeklagte sein Verhalten. Damals habe er sich "Kontrolle vorgemacht" und die Gefährlichkeit völlig ausgeblendet.

Der Mann soll laut Anklage acht Sprengsätze zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 zur Explosion gebracht haben. Dabei habe er Rohrbomben aus dem Fenster seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg geworfen, manche im Innenhof des Hauses entzündet. In einem Fall habe ein ferngezündeter Sprengsatz, der an einem Verkehrsschild befestigt war, einen Passanten leicht verletzt. Durch die Druckwelle der Explosion seien Fensterscheiben zerstört worden.

Bei der Festnahme des mutmaßlichen Rohrbombenbauers im Februar 2021 stellten Polizisten zudem 14 weitere von ihm hergestellte funktionsfähige Spreng- und Brandvorrichtungen in seiner Wohnung sowie in einem Motorroller sicher. Die Anklage lautet unter anderem auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Vorbereitung eines Explosionsverbrechens. Sieben weitere Prozesstage bis zum 6. Oktober sind bislang geplant.

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