Die S-Bahn fährt in Stuttgart-Vaihingen ein – und die Polizei bekommt einiges zu tun. Foto:  

Warum schon wieder der Bahnhof Stuttgart-Vaihingen? Der Angriff einer Jugendgruppe auf drei S-Bahn-Fahrgäste ist nicht der einzige Zwischenfall auf den Fildern.

Stuttgart - Gerät der Vaihinger Bahnhof immer mehr auf die Schattenseite Stuttgarts? Schon wieder muss wegen einer Gewalttat ermittelt werden. Diesmal war’s eine acht- bis zehnköpfige Gruppe, die am Wochenende drei heimkehrende Wasenbesucher verprügelte. Die Identität der Täter ist zwar noch unbekannt. „Allerdings haben die Ermittler zahlreiche Lichtbilder von Zeugen vorliegen“, sagt Bundespolizei-Sprecher Daniel Kroh.

Der Hintergrund des Angriffs am Sonntag gegen 0.40 Uhr ist noch unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen waren zwei 22 und 25 Jahre alte Männer und ihre 22-jährige Begleiterin in Wasentracht auf dem Heimweg, als sie in Vaihingen von einer S-Bahn der Linie S 3 in die S 1 Richtung Herrenberg umsteigen wollten. In der Unterführung kam es zum ersten Streit mit einer Jugendgruppe, auf dem Bahnsteig an Gleis 1 zur zweiten Auseinandersetzung. Die Opfer steckten mehrere Schläge ins Gesicht und auf die Nase ein. Als die alarmierte Polizei anrückte, machten sich die Täter auf und davon. Einige in die S 1 nach Herrenberg.

Schon vor Tagen schlugen schwarz gekleidete Täter zu

Immerhin liegen den ermittelnden Beamten der Bundespolizei Handyfotos vor. Sie zeigen einen schwarz gekleideten Jugendlichen mit Jeansjacke mit Fellkragen und einen weiteren dunkel gekleideten Tatverdächtigen mit weißen Sneakern. Die Auswertung der Überwachungskameras ist noch nicht abgeschlossen.

Schwarz gekleidete Jugendliche waren es auch am Abend des 1. Mai gewesen, die einen 20-Jährigen schwer verletzt hatten. Der junge Mann, grundlos angegriffen, blieb mit abgebrochenem Schneidezahn zurück. Einer der fünf Täter soll einen auffälligen schwarzen Pullover mit der Aufschrift „Stuttgart“ getragen haben. Nicht ausgeschlossen, dass es einen Zusammenhang gibt. Immer wieder sind Rowdys auf dem Weg nach Vaihingen. Im März etwa wurden Sitzplätze in einer S-Bahn mit Nähnadeln präpariert, es gab zwei Leichtverletzte. Im Januar standen sich am Bahnhof zwei Gruppen nach einer Prügelei in der S 1 gegenüber. Im August 2018 wurde eine 23-Jährige am Bahnsteig von Unbekannten sexuell belästigt.

Warum Vaihingen? „Ein sehr belebter Verkehrsknoten eben“, sagt Kroh. Endhaltestelle der Stadtbahn, Umsteigebahnhof für drei S-Bahn-Linien: Da kommt einiges zusammen – an Reisenden und Rabauken.

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