Kriminalität in Baden-Württemberg Gewalt auf Straßen und Plätzen nimmt zu

Von Nils Mayer 

Dass ein Rettungswagen nach Angriffen auf offener Straße herbeieilen muss, ist keine Seltenheit. Foto: dpa
Dass ein Rettungswagen nach Angriffen auf offener Straße herbeieilen muss, ist keine Seltenheit. Foto: dpa

Die Kriminalitätsbelastung in Baden-Württemberg ist laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) zuletzt so gering gewesen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch jetzt nehmen gewalttätige Übergriffe im öffentlichen Raum wieder zu.

Stuttgart - Im ersten Halbjahr 2018 hat es auf offener Straße in Baden-Württemberg mehr gewalttätige Angriffe auf Menschen gegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) hervor, die unserer Zeitung vorliegen.

Demnach stiegen die Fallzahlen der sogenannten Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum in den ersten sechs Monaten dieses Jahres landesweit um rund fünf Prozent auf mehr als 12 240 an. Unter den Tatverdächtigen sind nach Informationen unserer Zeitung überproportional viele Flüchtlinge.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart bestätigte den Trend für die Landeshauptstadt. Es habe in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum des vergangenen Jahres auch in Stuttgart „eine leichte Zunahme“ an Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum gegeben, sagte er.

Zahl aller Straftaten sinkt

Unter Aggressionsdelikten im öffentlichen Raum fassen die Kriminalstatistiker insbesondere Gewaltkriminalität wie gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raubdelikte, Beteiligungen an einer Schlägerei, Vergewaltigungen, schwere sexuelle Nötigungen, Geiselnahmen, Mord und Totschlag auf offener Straße zusammen. Darüber hinaus fließen in die Statistik auch vorsätzliche, leichte Körperverletzungen ein, die in Straßen, Grünanlagen oder auf öffentlichen Plätzen begangen wurden.

Ein weiteres Problemfeld neben den Gewalttaten im öffentlichen Raum bleibt die Rauschgiftkriminalität. Die Zahl der Drogendelikte stieg im ersten Halbjahr um fast sechs Prozent auf mehr als 23 000 Fälle.

Insgesamt sinken die Straftaten im Südwesten aber. Der positive Trend aus dem vergangenen Jahr hält damit an. Erst im März hatte Innenminister Thomas Strobl (CDU) erfreut verkündet, die Kriminalitätsbelastung sei im vergangenen Jahr auf dem niedrigsten Stand seit 1990 gewesen.

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