Kriminalität im Strohgäu Polizei meldet: weniger Wohnungseinbrüche

Von Franziska Kleiner und Klaus Wagner 

Mit dem Schraubenzieher am Fenster zugange: Einbrecher sind 2017 in Gerlingen und Ditzingen weniger oft aufgefallen  als im Jahr zuvor. Foto: Archiv/dpa
Mit dem Schraubenzieher am Fenster zugange: Einbrecher sind 2017 in Gerlingen und Ditzingen weniger oft aufgefallen als im Jahr zuvor. Foto: Archiv/dpa


In Gerlingen gab es 2017 mehr Straftaten als 2016, in Ditzingen weniger. In Korntal-Münchingen ist, bezogen auf das Strohgäu, am meisten los.

Strohgäu - Sie alle brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass die Straftaten aus dem Ruder laufen.“ Sven Schüler, der Leiter des Polizeireviers in Ditzingen, hat im Gerlinger Gemeinderat beruhigende Worte gefunden, als er die Kriminalstatistik für 2017 vorstellte. Zwar stieg die Zahl der Straftaten um gut 15 Prozent an – das war aber im Wesentlichen auf Beschädigungen an Autos sowie auf 40 Drogendelikte mehr als im Vorjahr zurückzuführen. In Gerlingen gab es ebenso weniger Wohnungseinbrüche wie in Ditzingen. Dort ging die Zahl aller Straftaten um 17 Prozent zurück.

In den vier Strohgäu-Kommunen Ditzingen, Gerlingen, Korntal-Münchingen und Hemmingen ist die Kriminalitätsbelastung, auf die Einwohnerzahl bezogen, unterschiedlich: In Korntal-Münchingen gab es 404 Straftaten pro 10 000 Einwohner, in Ditzingen 370, in Gerlingen 351 und in Hemmingen 266. Im Kreis Ludwigsburg waren es 408 und im ganzen Land 529.

Diebstähle sind am häufigsten

Im Jahr 2017 wurden in Gerlingen 691 Fälle erfasst. Diese Zahl schwankte in den vergangenen fünf Jahren zwischen 633 und 696, die Aufklärungsquote zwischen 48 und knapp 60 Prozent. Am häufigsten sind Diebstähle (212), gefolgt von Sachbeschädigungen (147) und Betrügereien (98). Wohnungseinbrüche gab es vergangenes Jahr nur 22 – sieben weniger als 2016. Nach wie vor bekämpfe die Polizei den Diebstahl aus Wohnungen, sagte der Revierleiter. Die hohe Zahl der Sachbeschädigungen hänge zusammen mit zwei Serien, bei denen Autos demoliert wurden. Registriert wurden auch viele Schmierereien an öffentlichen Gebäuden. Dabei dominierten einzelne Zeichen oder Buchstaben, die mit Faserschreibern an Hauswänden hinterlassen wurden. Die Stadt zeigte jeden Fall an.

Stark zugenommen haben die Rauschgiftdelikte: von 26 auf 66. Dies sei eine reine „Holkriminalität“, so der Revierleiter: „Wir haben die entsprechenden Personen im Visier.“ Und er ergänzte: „Sie können sich darauf verlassen, dass die Situation besser wird.“ Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wollte er nicht mehr Details nennen. Zu den gefassten Tatverdächtigen sagte er etwas mehr: Es gebe keine Häufung der Kriminalität von Flüchtlingen, „und auch keine Häufung besonderer Staaten“. Von 307 Menschen, die 2017 in Gerlingen einer Straftat verdächtigt wurden, hatten 126 Personen keinen deutschen Pass; das entspricht 41 Prozent. 2016 waren es 300 Verdächtige und 37 Prozent ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Anteil der ausländischen Verdächtigen in etwa konstant

Die Sachbeschädigungen seien „ein ärgerliches Thema“, kommentierte der Bürgermeister Georg Brenner den Bericht der Polizei. „Hinter den Zahlen steckt die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber anderer Leute Eigentum. Das wird eine Aufgabe für uns alle.“

„Ditzingen ist die zweitsicherste Große Kreisstadt im Kreis Ludwigsburg“ sagte Schüler im Gemeinderat der Nachbarstadt. Die Aufklärungsquote lag bei 62,2 Prozent und damit auf dem Niveau des Landkreises: „Das ist im Schnitt, ich bin damit zufrieden“, sagte Schüler. Die Anzahl der Straftaten ging von 1101 im Jahr 2016 auf 915 im vergangenen Jahr zurück. Besonderes Augenmerk legte Schüler auf die Wohnungseinbrüche, da dies den „intimen Bereich“ berühre und nicht nur materielle, sondern eben auch psychischen Schaden zur Folge habe. Die Zahl der Einbrüche sank von 26 im Jahr 2016 auf elf im Vorjahr.

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