Während die Soko „Fluss“ einen Verdächtigen festgenommen hat, bleibt der Tod einer Seniorin in Schwaikheim rätselhaft. Die beiden Mordfälle waren nicht die einzigen Verbrechen, welche die Region im Jahr 2024 umtrieben.
Der Mord in Schwaikheim bleibt bislang ungeklärt: Die Soko „Garten“ versucht noch immer herauszufinden, wer Ende September auf einem Gartengrundstück zwischen Schwaikheim und Winnenden eine 75 Jahre alte Frau getötet hat. Eine Hoffnung versprechende Spur hat sich im Dezember im Sande verlaufen: „Eine DNA-Spur vom Jahresende hat uns leider nicht zu dem erhofften Durchbruch verholfen“, sagt Robert Silbe, Pressesprecher der Polizei Aalen.
Offenbar ist es den Ermittlern also gelungen, den genetischen Fingerabdruck eines möglichen Täters zu sichern – nur: Damit jemand über diese Spur überführt werden kann, muss er oder sie bereits in den einschlägigen Karteien hinterlegt sein. Derart schwere Verbrechen werden fast immer aufgeklärt – manche allerdings erst deutlich später, wenn zum Beispiel ein Zufallstreffer in einem anderen Fall eine DNA-Übereinstimmung liefert.
Aber noch gibt es weitere Ermittlungsansätze: „Mit Stand Anfang Januar 2025 sind im Rahmen der Soko insgesamt etwa 700 Spuren angefallen“, sagt Silbe. „Es gibt also etliche offene Ansatzpunkte, die derzeit von der Soko verfolgt werden. Die Motivation der Kolleginnen und Kollegen ist nach wie vor sehr hoch, diesen Fall aufzuklären.“ Unter anderem sucht die Polizei noch immer per Phantombild nach einem Mann, der in der Nähe gesehen wurde. Offiziell gilt er als Zeuge – auf mehrfache Aufrufe gemeldet hat er sich allerdings nicht.
Mordfall Nicole M.: Beginnt der Prozess im Frühjahr?
Einen anderen gewaltsamen Tod konnten die Ermittler aufklären: Nachdem am 8. November in Fellbach-Oeffingen die Leiche einer jungen Frau gefunden worden war, hatte die Soko „Fluss“ weniger als einen Monat später einen Tatverdächtigen gefasst. Wann der Prozess gegen den Mann losgeht, steht noch nicht fest. „Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Da es sich um ein Tötungsdelikt handele, seien diese auch besonders umfangreich. Der Tatverdächtige bleibe aber weiterhin in Untersuchungshaft. Erfahrungsgemäß verstreichen in solchen Fällen einige Monate zwischen Festnahme und Prozessbeginn – möglicherweise muss der Tatverdächtige sich also ab Frühjahr für seine mutmaßliche Tat verantworten.
Allzu viel ist über die Gewalttat und das Motiv nicht bekannt. Zwischen Opfer und dem mutmaßlichen Täter hat laut der Polizei eine „Vorbeziehung“ bestanden. Wie genau diese aussah, ob es sich beispielsweise um einen Ex-Partner gehandelt hat, dazu macht die Polizei keine Angaben. Der bei der Festnahme 24 Jahre alte Mann stammt ursprünglich – wie auch die Getötete – aus dem ostafrikanischen Ruanda und lebte in Gerlingen im Kreis Ludwigsburg. Das Opfer Nicole M. lebte ebenfalls im benachbarten Landkreis Ludwigsburg, arbeitete als Altenpflegerin in Stuttgart und galt als lebensfroher Mensch. Laut der Polizei wurde sie erstochen – möglicherweise starb sie bereits am 29. Oktober. An diesem Datum war sie als vermisst gemeldet worden.
Tötung auf Verlangen: Fall endet doppelt tragisch
Ein weiterer Fall, der die Region ebenfalls berührt hat, endete in der Zwischenzeit doppelt tragisch. In Weinstadt hatte die Polizei im Juli einen 87 Jahre alten Mann festgenommen. Der Vorwurf lautete auf Tötung auf Verlangen – offenbar hatten der Senior und seine Frau auf einem Wanderparkplatz in Remshalden gemeinsam Suizid begehen wollen. Dies sollen die beiden zuvor vereinbart haben.
Nachdem der Mann, so der damalige Vorwurf, „aktiv an der Tötung seiner Frau mitgewirkt“ hatte, überlebte er die Verletzungen, die er sich selbst zugefügt hatte. Er wurde von der Polizei in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Zu einem Prozess wird es allerdings nicht mehr kommen: Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilt, ist der Mann in der Zwischenzeit selbst verstorben. Details zu den Umständen seines Todes nennt sie auf Anfrage nicht. Laut Informationen unserer Zeitung handelte es sich jedoch um einen Suizid.
Brandstiftungen in Winnenden: Tatverdächtiger festgenommen
Eine Serie von Brandstiftungen in Winnenden konnte dagegen endlich von der Polizei unterbunden werden. Nachdem es in einem Gebäudeensemble im Steinweg binnen eines Jahres acht Mal gebrannt hatte, gab es auch in einer Asylunterkunft in der Albertviller Straße zwei Brände. Diesmal klickten die Handschellen, und ein 27 Jahre alter Mann – ein Bewohner der Unterkunft – wurde kurz vor Weihnachten in Untersuchungshaft genommen. Laut der Polizei steht er auch unter Tatverdacht, die Brände im Steinweg gelegt zu haben.
Hilfe bei Suizidgedanken
Hilfe
Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und unter www.ts-im-internet.de erreichbar. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention unter www.suizidprophylaxe.de.