Viele Wohnungsdiebe hebeln mit einfachen Werkzeugen die Fenster auf Foto: dpa

Die Zahl der Einbrüche im Kreis Ludwigsburg ist im vergangenen Jahr nicht so stark gestiegen, wie befürchtet. Die Polizei wertet das als Erfolg. Doch entgegen dem Landestrend gingen die Zahlen auch nicht zurück.

Kreis Ludwigsburg - Am Freitag hat das Polizeipräsidium Ludwigsburg seine Einbruchsstatistik für das vergangenen Jahr veröffentlicht. Das Zahlenwerk enthält dabei eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: der Trend der vergangenen beiden Jahre, in denen die Einbruchszahlen fast schon sprunghaft angestiegen waren, scheint gestoppt. Die schlechte Botschaft: Nach wie vor werden vergleichsweise viele Einbrüche begangen, von einem Rückgang der Straftaten ist nichts zu spüren.

Laut der Polizei wurden im Jahr 2015 insgesamt 616 Einbrüche oder versuchte Einbrüche aktenkundig, 17 Taten oder 2,8 Prozent mehr als noch 2014. Damit liegt der Kreis Ludwigsburg deutlich über dem Niveau des Landkreises Böblingen, für den ebenfalls das Ludwigsburger Präsidium zuständig ist. Dort versuchten im vergangenen Jahr Langfinger 481 Mal, an Beute zu kommen. Den Gesamtschaden durch die Einbrüche in beiden Kreisen beziffern die Ermittler aus Ludwigsburg auf rund 2,8 Millionen Euro.

Rund 3 Millionen Euro Schaden durch Einbrüche

Beide Kreise entwickeln sich in der Statistik aber entgegen dem Landestrend: In ganz Baden-Württemberg wurde 2015 seltener eingebrochen als noch im Vorjahr, um rund zehn Prozent gingen die Zahlen zurück.

Neben den tatsächlichen Taten weist die Polizei in ihrer Statistik auch die Belastung der einzelnen Kommunen aus. Dafür rechnet sie die Einbrüche auf 100 000 Einwohner hoch. Mit Benningen und Murr liegen in diesem Ranking zwei Kommunen im Vergleich an der Spitze. Vor allem Benningen ist mit einer Häufigkeitszahl von rechnerisch 265 Fällen pro 100 000 Bewohnern einsam an der Spitze. Dies könne nur durch eine Einbruchsserie erklärt werden, sagt der Polizeisprecher Peter Widenhorn. In einer vergleichsweise kleinen Kommune lasse das den Indikator dann nach oben schnellen. Auch Gerlinger Wohnungen werden überdurchschnittlich häufig von Dieben heimgesucht: hier liegt die Belastung hochgerechnet auf 100 000 Einwohner bei 141 Einbrüchen.

Trotz der weiterhin hohen Fallzahlen blickt der Polizeipräsident Frank Rebholz gelassen auf die nun veröffentlichte Statistik. Die Maßnahmen der Polizei würden wirken, sagte Rebholz. „Der Anstieg bei den Einbrüchen hat sich in der Ausprägung des vergangenen Jahres nicht fortgesetzt.“ Zudem habe man die Aufklärungsquote steigern können, meint der Polizeichef. Tatsächlich ist im Zuständigkeitsgebiet seines Präsidiums die Quote von sieben auf 11,4 Punkte gestiegen – auf den Kreis Ludwigsburg gerechnet ging sie aber leicht zurück.

Die Täter kommen mit dem Fahrrad oder mit der Bahn

Unter den Tatverdächtigen, die von der Polizei geschnappt wurden, sind laut der Akten überdurchschnittlich viele Georgier – obwohl die Ermittler im Jahr 2014 bereits eine große Bande aus dem osteuropäischen Land dingfest gemacht hat. Viele Täter aus dem osteuropäischen Raum nutzten den öffentlichen Nahverkehr, um zum Tatort zu fahren, schreibt die Polizei. Auch Fahrräder seien ein beliebtes Fortbewegungsmittel der Diebe.

Um an Beute zu gelangen hebelten die Einbrecher laut Polizei oftmals mit einfachen Werkzeugen Terrassentüren und Fenstern auf, bevorzugt an Einfamilienhäusern. Doch auch große Wohnanlagen sind immer öfter das Ziel der Täter. Geklaut werden laut Statistik vor allem Bargeld, Schmuck, Laptops und teure Kameras.

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