Ganz wichtig sei es, die Tür nicht nur hinter sich zuzuziehen, sondern stets auch abzuschließen, rät die Polizei. Foto: dpa

Immer wieder steigen Eindringlinge in Häuser ein und finden nichts. Zudem meldet die Polizei in jüngerer Zeit häufig, dass Mehrfamilienhäuser Ziel von Ganoven sind. Wir haben bei einem Polizeihauptkommissar nachgefragt, ob sich da etwas verändert hat.

Filder - In jüngerer Zeit meldet die Polizei vermehrt Einbrüche auf den Fildern, bei denen die Eindringlinge nichts erbeuten. Auch Mehrfamilienhäuser sind immer wieder Ziel. Wir haben bei Christian Wörner, Polizeihauptkommissar vom Präsidium Reutlingen, nachgefragt, ob es einen neuen Trend gibt.

Im Polizeibericht wurden in letzter Zeit viele Einbrüche auf der Filderebene gemeldet. Gibt es derzeit eine Einbruchswelle?
In der dunklen Jahreszeit herrscht generell Hochkonjunktur für Einbrecher. Daher ist es auch nicht überraschend, dass wir im Landkreis Esslingen, zu dem auch die Filderebene gehört, derzeit eine steigende Tendenz zu verzeichnen haben. Die aktuellen Fallzahlen liegen leicht über dem Vorjahresniveau. Aus diesem Grund haben wir zu Beginn der dunklen Jahreszeit auch im Filderraum unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität verstärkt. Neben den repressiven Maßnahmen, zum Beispiel Kontrollen durch zivile Kräfte, haben wir auch unsere präventiven Aktivitäten seit Herbst vergangenen Jahres intensiviert.
In vielen der gemeldeten Fälle finden die Eindringlinge keine Beute. War dies schon immer so, oder ist dies ein neueres Phänomen?
Für Einbrecher ist es immer ein Glückspiel, ob sie etwas finden oder nicht, und dürfte daher vom Zufall abhängen. Wir geben hierzu auch ständig Tipps und Hinweise, Wertsachen sicher zu verwahren oder zum Beispiel in Firmen und Geschäften kein Bargeld zurückzulassen. Insofern können wir nicht von einem neuen Phänomen sprechen.
Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind immer wieder Ziele der Einbrecher. Das heißt, man ist auch im vierten Stock eines solchen Hauses nicht sicher?
Tendenziell stellen wir fest, dass Einfamilienhäuser mehr im Fokus der Straftäter stehen. Dort vermuten die Einbrecher möglicherweise eine größere Chance auf Beute. Zudem dürften auch die Fluchtmöglichkeiten und das Entdeckungsrisiko eine Rolle spielen. Hinweise und Tipps wie man sich vor Einbrüchen schützt, finden Sie auf unserer Seite www.k-einbruch.de. Zudem kann sich jeder individuell, zu Hause und kostenlos von den Spezialisten unserer Prävention beraten lassen. Ein Angebot, das wir immer wieder empfehlen.
Ist es für Einbrecher ungleich schwerer, eine Tür aufzubrechen, die abgeschlossen und nicht bloß zugezogen ist?
Eine nur zugezogene und nicht abgeschlossene Tür stellt für einen Einbrecher keinerlei Hindernis dar. Im Gegenteil, sie bietet eine günstige Gelegenheit, geräuschlos und in wenigen Sekunden in ein Haus einzudringen. Daher sollten Haustüren, auch bei nur kurzfristigem Verlassen des Gebäudes, stets abgeschlossen werden.
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