Zwei Jahre hat Manfred Gebhardt an dem Buch gearbeitet. Die Geschichte selbst war gleich zu Beginn fertig in seinem Kopf; sie auszuformulieren, dauerte freilich. Foto: Rebecca Stahlberg

Die Sängerin Gina wird ermordet, der Täter nie gefunden. Neun Jahre später gibt es neue Hinweise. Der Bandleader Ben ermittelt. „Band 4. Oktober“ ist der erste Krimi von Manfred Gebhardt. Der 67-Jährige begann im Ruhestand mit dem Schreiben.

Kaltental - Einmal hat Manfred Gebhardt sogar eine komplette Geschichte für ein Buch geträumt. Die Handlung rund um die junge Frontfrau einer Band, die ermordet aufgefunden wird, schwirrte ihm allerdings einfach so im Kopf herum – nebst unzähligen anderen. „Ich habe eine gute Fantasie“, sagt der 67-Jährige und lacht fröhlich. Irgendwann habe er gedacht, „Mensch, das kannst du ja auch mal aufschreiben“. Gesagt, getan. Zwei Jahre lang arbeitete der Ruheständler an seinem Werk, nun ist es gedruckt. Der Kriminalroman trägt den Titel „Band 4. Oktober“.

Die Handlung dreht sich um die Mitglieder einer Rockband mit Namen „4. Oktober“. Deren Frontfrau Gina – eine Aussteigerin der rechten Szene – wird nach einem Konzert in Chemnitz ermordet. Der Täter kann nicht ermittelt werden. Doch neun Jahre später gibt es neue Hinweise. Der Bandleader Ben Gardeur versucht, den Mord aufzuklären.

Gebhardt war früher Geschäftsführer einer Reha-Klinik. Seine kreative Ader drückte der Vater zweier Töchter und zweier Söhne bislang durch das Malen aus. Vergangenes Jahr stellte er seine Werke in der Thomaskirche aus. Mit dem Schreiben begann er im Ruhestand. Als Erstleser seines Werks mussten Familie und Freunde fungieren. Deren Kritik habe ihm viel geholfen, sagt er.

Eine elektronische Variante kam nicht in Frage

Einen Verlag für sein Buch zu finden, sei nicht einfach gewesen. Denn einige tausend Euro selbst zu investieren, das konnte und wollte sich der Rentner nicht leisten. „Das Geld stecke ich lieber in die Hausreparatur“, sagt er. Das Buch im Selbstverlag herauszugeben oder gar als elektronische Variante beim Online-Händler Amazon, sei für ihn ebenfalls nicht in Frage gekommen. „Ich wollte unbedingt ein gedrucktes Buch vor mir liegen haben“, sagt er. Schließlich wurde Gebhardt beim österreichischen Verlag United PC fündig. Dort kann jeder Autor unter gewissen Bedingungen kostenlos veröffentlichen.

Sein Buch sei spannend, aber nicht brutal, so sei die Einschätzung einer Bekannten gewesen, erzählt Gebhardt. Einige Elemente beruhten sogar auf wahren Begebenheiten seines eigenen Lebens, verrät er. Auch in den Protagonisten erkenne er Teile von sich wieder. Ideen und Handlungsstränge für weitere Bücher hat der 67-Jährige bereits im Kopf. Die Realisierung hänge freilich vom Erfolg seines ersten Werks ab, so der Autor. „Mein Buch soll der Unterhaltung dienen“, resümiert er. Es enthalte keine moralische Botschaft.

Manfred Gebhardt, Band „4. Oktober“, ISBN: 978-3-7103-2346-1

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