Solche Bilder prägen die Wahrnehmung des Krieges: Ein palästinensisches Kind nach der Zerstörung seines Heims in Al-Bureij durch einen israelischen Luftangriff. Foto: AFP/Bashar Taleb

Weltweit verrutscht die Wahrnehmung des Konflikts zwischen Israel und der Hamas. Das liegt nicht allein an der Propaganda der Terroristen, kommentiert StN-Chefredakteur Christoph Reisinger.

Inzwischen geht die Geschichte so: Israel führt einen erbarmungslosen Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens; die Regierung Netanjahu riskiert einen weiteren Krieg mit dem Nachbarn Libanon; der Internationale Strafgerichtshof ermittelt gegen Israelis. Alles wahr, aber nur ein Teil der Wahrheit.

 

Bahn hat sich diese einseitige Leseart des Terrorüberfalls der Hamas auf Israel und seiner schrecklichen Folgen über viele Kanäle gebrochen. So zeigt die nicht nur in arabischen Ländern gern geglaubte Propaganda der Terroristen Wirkung. Ebenso ein widerwärtiger Antisemitismus, dessen woke Variante sich gerade an deutschen und amerikanischen Universitäten ausschleimt.

Selbst die Uno macht Stimmung. Zwar enthält ihr Kriegsverbrechen-Report vom 27. Mai viel Wahres über beide Konfliktparteien. Aber er schweigt dazu, wie systematisch die Hamas die Bevölkerung als Schutzschild missbraucht. Was Tod, Not und Zerstörung im Gazastreifen massiv verschlimmert.

Israels Regierung hat mit ihrem rüden Vorgehen, mit der selbstsüchtigen Agenda des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ihren Anteil an dieser Verschiebung weltweiter Wahrnehmung. Doch es bleibt die Hamas, die diesen Krieg entfesselt hat und befeuert. Das auszublenden ist so, als wollte man die Geschichte des Zweiten Weltkriegs auf das entsetzliche Leid so vieler Deutscher reduzieren. Also abwegig.