Ausgebrannte Panzerreste bei Bachmut: Aufgrund von wenig Fortschritten an der ukrainischen Frontlinie, plädieren manche für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. (Archivbild) Foto: dpa/Alex Babenko

Der Außenminister der Ukraine weist Vorschläge, sein Land solle mit dem Kriegsgegner Russland verhandeln, zurück. Die Ukraine dürfe nicht „in diese Falle tappen“, betonte er.

Vor dem Hintergrund des Kriegsverlaufs hat der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba alle Forderungen nach Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland eine Absage erteilt. „Diejenigen, die behaupten, dass die Ukraine jetzt mit Russland verhandeln sollte, sind entweder schlecht informiert oder werden in die Irre geführt“, erklärte Kuleba am Donnerstag im Onlinenetzwerk X, vormals Twitter. Die Ukraine dürfe nicht „in diese Falle tappen“ und werde es auch nicht tun, fügte er hinzu.

Mit seiner Äußerung reagierte der ukrainische Außenminister auf Berichte westlicher Medien, denen zufolge manche Verbündete Kiews angesichts des Stillstands an der Front zunehmend die Frage von Friedensgesprächen mit Russland aufwerfen würden. 

Front ist seit einem Jahr festgefahren

Mehr als 22 Monate nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs hat sich die mehr als tausend Kilometer lange Frontlinie zwischen den beiden Kriegsparteien seit fast einem Jahr kaum bewegt, obwohl die Ukraine im Juni eine Gegenoffensive gestartet hat, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern.

Kuleba zufolge hat Kiew zwischen 2014 und dem Beginn des russischen Angriffskriegs hunderte Gespräche mit Moskau geführt. Keine dieser Verhandlungen habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin davon abgehalten, „am 24. Februar 2022 eine brutale Invasion in der Ukraine zu starten“, betonte er. 

Selenskyj nennt Bedingung für Verhandlungen

2014 hatten von Russland unterstützte Separatisten gewaltsam die Kontrolle über Teile der Ostukraine übernommen, zudem hatte Moskau die Halbinsel Krim annektiert. In der Folge vermittelten Deutschland und Frankreich mehrere Gespräche, die zu einem Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj 2019 führten, aber keinen dauerhaften Frieden brachten.

Selenskyj erklärte in der vergangenen Woche im US-Fernsehen, die Ukraine sei nicht zu Gesprächen mit Russland bereit, solange die russischen Truppen nicht aus seinem Land abzögen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dagegen am Mittwoch, es sei „höchste Zeit, dass alle in Kiew und Washington erkennen, dass es unmöglich ist, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen“. Ein Dialog sei „dringend notwendig“ und Moskau sei „sicherlich bereit, damit zu beginnen“, erklärte er.