Seit Jahren gefordert, schließlich bewilligt: Die Kreuzung an der Engelberg-/Solitudestraße soll zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Foto: Archiv Isabelle Butschek

Der Umbau des Knotenpunktes an der Engelberg-/Solitudestraße ist beschlossene Sache. Die kostet liegen bei rund 1,2 Millionen Euro. Bis der Umbau beginnt, wird es noch einige Zeit dauern.

Weilimdorf - Das Geld ist bewilligt. So bald wie möglich soll mit dem Umbau der Kreuzung an der Engelberg-/Solitudestraße in einen Kreisverkehr begonnen werden. Das hat der Gemeinderat im Sommer entschieden: Der neue Kreisverkehr war eine von mehreren stadtweiten Maßnahmen im sogenannten Bündnis für Mobilität und Luftreinhaltung. Bis die Bauarbeiter in Weilimdorf anrücken, wird es allerdings noch gut rund ein Jahr dauern. „Wir haben auf die Mittel Zugriff“, sagt Stephan Oehler, Verkehrsplaner und stellvertretender Leiter des Amtes für Stadtplanung und Stadterneuerung.

„Extrem hohe Projektdichte“

Aufgrund der „extrem hohen Projektdichte“ habe man das Vorhaben noch nicht weiterverfolgen können. „Der Ball liegt bei uns. Wir werden die Planungen im ersten Quartal 2018 aktualisieren und sie dann ans Tiefbauamt weitergeben“, sagt Oehler. Dann könnten die Ausschreibungen für die Baumaßnahme erfolgen. Voraussichtlich im Jahr 2019 soll dann mit den Arbeiten begonnen werden.

Der Knotenpunkt an der Engelberg-/Solitudestraße mit der Einmündung des Spechtwegs ist aktuell noch durch Ampeln geregelt. „Durch den Bau des Kreisverkehrs kann die Lichtsignalanlage entfallen, die signalisierten Überwege werden durch Zebrastreifen ersetzt“, sagt Oehler. „Verbessert wird dadurch der Verkehrsfluss und die Fußgängerverbindungen, insbesondere zwischen der Stadtbahnhaltestelle und dem Solitudegymnasium im Spechtweg.“ Zu erwarten seien Abnahmen der Geschwindigkeit und ein Rückgang des Lärms. Allerdings könne es auch in Spitzenzeiten dazu kommen, dass Autofahrer am Kreisverkehr warten müssen, auch weil unter Umständen viele Schüler die Zebrasteifen nutzten. „Die Schüler werden die Kreuzung besonders morgens in Anspruch nehmen“, sagt der Verkehrsplaner. „Es wird sich dann kurzfristig stauen, aber in der Summe ist der Kreisverkehr von Vorteil.“ Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass durch den neuen Kreisverkehr die notwendige vollständige Erneuerung der Ampelanlage entfalle. „Ein Kreisverkehr ist auf Dauer auch preiswerter, weil damit zum Beispiel auch die Betriebskosten für Ampeln wegfallen“, sagt Oehler.

Der Wunsch nach einem Kreisverkehr an dieser Kreuzung ist schon viele Jahre alt. Bereits im zum Jahrtausendwechsel hatte der Bezirksbeirat nach einem Antrag der FDP über die Umgestaltung des Knotenpunktes diskutiert. Damals hatte die Verwaltung den Kreisverkehr an diesem Standort noch skeptisch gesehen.

Freie Wähler kritisieren Verzögerung

Spätestens im Jahr 2009 hatte sich die Meinung geändert. Verkehrszählungen hatten in diesem Jahr dem Kreisverkehr eine ausreichende Leistungsfähigkeit bescheinigt. Die jüngsten Zählungen stammen aus dem Jahr 2015. Zwischenzeitlich hätten auch die Verkehrsmengen zugenommen. Auch sie legen nahe, dass mit dem Kreisverkehr nicht zu allen Tageszeiten eine ausreichende Verkehrsqualität gewährleistet werden könne. In der Beschlussvorlage zum „Bündnis für Mobilität und Luftreinhaltung“ heißt es dazu: „Dieser Sachverhalt wird von Seiten der Verwaltung im weiteren Verfahren genauer dargestellt.“ Die Kosten für Planung und Umbau werden mit insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro veranschlagt.

Die Freien Wähler im Gemeinderat fordern einem Kreisverkehr an diesem Standort schon seit Jahren und hatten in den vergangenen vier Doppelhaushalten vergeblich Mittel für den Bau des Kreisverkehrs gefordert. Ihr Vorsitzender Jürgen Zeeb kritisiert, dass sich die Kosten durch den späten Beschluss innerhalb von acht Jahren verdoppelt haben. Zeeb: „Wenn er nur schon längst gebaut wäre.“

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