An der Kreuzung Mönchfeld-/Aldingerstraße in Mühlhausen könnte der erste zweispurige Kreisverkehr mit Ampeln in Deutschland gebaut werden. Foto: factum/Granville

Etwa 20 Bürger haben über die Zukunft der Kreuzung Mönchfeld-/Aldinger Straße diskutiert.

Mühlhausen - Die Verkehrssituation rund um die Kreuzung Mönchfeld-/Aldinger Straße ist für viele Mühlhäuser unbefriedigend. Etwa 20 000 Fahrzeuge täglich werden an dieser Nahtstelle gezählt. Im Stau zu stehen, ist zu den Hauptverkehrszeiten üblich.

Abhilfe leisten könnte ein sogenannter Turbo-Kreisel. Es wäre der erste seiner Art in Deutschland. Der zweispurige, signalisierte Kreisverkehr soll Autos von fünf Fahrstreifen aufnehmen sowie auch den kreuzenden Fußgängern, Radfahrern und der Stadtbahn gerecht werden. Was die Mühlhäuser von dieser Idee halten, das wollten der Bürgerverein und SPD-Bezirksbeirat Michael Lietz vor kurzem in Erfahrung bringen. Rund 20 Bürger folgten der Einladung ins Alte Rathaus.

Zunächst nahm Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler das Projekt Turbo-Kreisel ins Visier: „Es gab eine Computersimulation, die gezeigt hat, dass der Kreisverkehr funktionieren kann.“ Sicher sei dies allerdings noch nicht. Ein Gutachten müsse noch in Auftrag gegeben werden, um ein abschließendes Urteil fällen zu können. „Momentan laufen dazu die Vorbereitungen“, sagte Susanne Scherz vom Amt für Stadtplanung und -erneuerung auf Nachfrage. Das Gutachten werde die Verkehrssicherheit an der Kreuzung Mönchfeld-/Aldinger Straße noch einmal genauer untersuchen. „Wir wollen die versteckten Risikopotenziale des Kreisverkehrs finden, falls es welche geben sollte“, sagte Scherz. Die Ergebnisse des Gutachtens sollen im Herbst vorliegen. Dann wisse man auch genau, ob es überhaupt empfehlenswert sei, einen Kreisverkehr an dieser Kreuzung zu realisieren.

Noch mehr Autos

Doch selbst wenn das Gutachten aufzeigen sollte, dass der Verkehr durch den Kreisel schneller abgewickelt werden könnte, ist noch nicht sicher, dass die Mühlhäuser den Kreisverkehr wirklich wollen. Bernd-Marcel Löffler sieht durch einen funktionierenden Kreisel nämlich auch mehr Verkehr auf den Bezirk zukommen. „Wenn der Fluss verbessert wird, fahren noch mehr Autos durch Mühlhausen.“ Das müsse man bedenken und dürfe nicht blauäugig an die Sache herangehen. „Das Verkehrssystem, das wir heute haben, ist zwar grenzwertig, aber ich denke, es funktioniert eigentlich dennoch ganz gut.“

Einige Bürger pflichteten ihm bei. Mehr Verkehr wolle man auf gar keinen Fall im Bezirk haben. Im Publikum wurde sogar der Vergleich mit dem Nord-Ost-Ring ins Feld geführt: „Nach jahrelangem Kampf gegen diese Trasse wollen wir uns nicht die kleine Version direkt nach Mühlhausen holen.“ SPD-Bezirksbeirat Johannes Jäger sieht in dem Kreisel eher die Vorteile: „An der heutigen Verkehrssituation muss sich etwas ändern.“ Täglich stünde der Bus auf der Mönchfeldstraße im Stau. Das sei sehr unbefriedigend. Der Kreisverkehr könne helfen, aber sicherlich auch eine andere Ampelschaltung.

Bezirksvorsteher Löffler gab zu bedenken, dass in der Vergangenheit schon sehr viele verschiedene Ampelschaltungen geprüft wurden, ob die den Verkehrsfluss verbessern sollten. Doch abschließend könne man heute eben noch nicht sagen, was das Beste für Mühlhausen sei. „Wir müssen nun erst einmal abwarten, wie die Kreisel-Pläne des Amtes für Stadtplanung und -erneuerung aussehen. Dann können wir uns noch einmal mit dem Thema befassen. Wir können jetzt zwar viel spekulieren, kommen aber nicht weiter“, sagte Löffler.

Das sah auch der Vorsitzende des Bürgervereins, Heinz Morhard, so und nahm den Vorschlag des Bezirksvorstehers gerne an, für den Herbst noch einmal einzuladen, wenn das Gutachten über den Kreisverkehr ausgewertet ist.

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