Seit November 2025 wohnt niemand mehr im Containerdorf in der Kremser Straße in Böblingen. Die Container sind aber noch da. Warum?
Auf der grünen Wiese, gegenüber des Schulzentrums Stockbrünnele in der Kremser Straße in Böblingen, stehen mehrere Wohncontainer, obwohl sie seit Monaten unbewohnt sind. Aufgestellt im Jahr 2019 als temporäre Unterkunft für Geflüchtete, dienten sie sechs Jahre lang genau diesem Zweck.
Im November 2025 zogen die letzten Bewohner allerdings aus. Nur der Sicherheitsdienst der alten Unterkunft nutzt der Stadt zufolge teilweise noch ein Büro, das sich in den Containern befindet. Offiziell sind sie jedoch außer Betrieb genommen.
Die Stadt Böblingen sucht einen Lagerplatz für die Container
Warum stehen die Kästen dann immer noch dort? Die Stadtverwaltung Böblingen begründet das auf Nachfrage mit verschiedenen Aspekten, die sie noch klären wolle. So fehle beispielsweise ein Platz, wo die abgebauten Container zwischengelagert werden könnten – eine Antwort, die die Stadt unserer Zeitung bereits im Dezember gegeben hatte. Offenbar hat sich auch knapp fünf Monate später kein geeigneter Lagerplatz aufgetan.
Hinzu kommt, dass die Verwaltung laut Stadtsprecher Gianluca Biela prüfen will, ob die Container weiterverwendet werden können – „insbesondere mit Blick auf die aktuell verschärfte Haushaltslage.“ Es werde derzeit ein entsprechender Zeitplan erarbeitet. „Sobald das weitere Vorgehen feststeht, wird die Öffentlichkeit informiert.“
Nur temporäre Nutzung der Container erlaubt
Grundsätzlich besteht laut Biela für den Standort an der Kremser Straße kein dauerhaftes Baurecht. Die Container müssen also definitiv weg – oder das Baurecht müsste geändert werden.
Der Gemeinderat hatte das Containerdorf 2019 temporär genehmigt, weil die Stadt dringend Platz brauchte, um Geflüchtete unterzubringen. Im Jahr 2022 wurde diese Genehmigung einmalig um weitere drei Jahre verlängert. Ende 2025 ist sie ausgelaufen.