Kremlkritiker Arkadi Babtschenko Russischer Journalist in Kiew erschossen

Von red/AFP 

Arkadi Babtschenko ist tot. Foto: dpa
Arkadi Babtschenko ist tot. Foto: dpa

In Kiew ist am Dienstag der kremlkritische russische Journalist Arkadi Babtschenko erschossen worden. Die Polizei vermutet, dass der Mord in Verbindung mit seiner Arbeit steht.

Kiew - Der kremlkritische russische Journalist Arkadi Babtschenko ist am Dienstag in Kiew erschossen worden. Seine Frau habe Schüsse gehört und ihren Mann blutend auf dem Boden liegend in seinem Wohnhaus gefunden, teilte die Polizei in der ukrainischen Hauptstadt mit. Babschenko starb demnach auf dem Weg ins Krankenhaus.

Ein Kollege des Journalisten, Osman Paschajew, schrieb bei Facebook, Babschenko sei im Treppenhaus seines Wohnhauses drei Mal in den Rücken geschossen worden. Der 41-Jährige Babtschenko hatte in den 90er und frühen 2000er Jahren in den Tschetschenien-Kriegen gekämpft, bevor er ein renommierter Journalist wurde, der äußerst kremlkritische Ansichten vertrat.

„Putin-Regime zielt auf diejenigen ab, die es nicht einschüchtern kann“

Bevor er Moskau verließ, arbeitete er für die oppositionelle russische Zeitung „Nowaja Gaseta“ und den liberalen Radiosender Moskauer Echo. Er berichtete über den Konflikt in der Ost-Ukraine und warf Moskau vor, die dortigen prorussischen Rebellen militärisch zu unterstützen. Im Februar 2017 verließ Babschenko Russland, nachdem er Drohungen erhalten haben soll. Er lebte zunächst in Tschechien, später in Israel und schließlich in Kiew.

Seinem Kollegen Paschajew zufolge moderierte er zuletzt eine Sendung im privaten ukrainischen Fernsehsender ATR. Die Ermittler vermuteten, dass die Tat in Verbindung mit der Arbeit Babtschenkos stehe und gingen dementsprechend dieser Spur nach, sagte der Polizeichef von Kiew, Andri Kryschtschenko, der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine. Ein Mitarbeiter des ukrainischen Innenministers verdächtigte in einem Facebook-Eintrag Moskau: „Das Putin-Regime zielt auf diejenigen ab, die es nicht brechen oder einschüchtern kann“, schrieb Anton Geraschtschenko in dem Eintrag mit Blick auf den russischen Staatschef Wladimir Putin. Das russische Außenministerium forderte unterdessen, die ukrainischen Behörden müssten „alles unternehmen, um eine effektive Untersuchung vorzunehmen“.

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