Zu schmal: die Kreisstraße K1063 führt von Aidlingen nach Grafenau. Foto: Archiv/factum/Granville

Die Kreisstraße mit der Nummer 1063 zwischen Aidlingen und Grafenau soll auf eine Breite von 6,50 Meter ausgebaut werden. Die Grünen im Kreistag hatten davor gewarnt.

Böblingen - Mit ihrer schlankeren Variante haben sich die Grünen nicht durchsetzen können: Die Kreisstraße von Aidlingen nach Grafenau-Dätzingen (Kreis Böblingen) soll auf eine Breite von 6,50 Meter ausgebaut werden, das wurde von den Kreisräten beschlossen. Die Grünen hatten aus Naturschutzgründen 50 Zentimeter weniger gefordert. Im Moment misst die Straße durch das Würmtal nur fünf Meter – eigentlich zu wenig für den Begegnungsverkehr mit Bussen. Außerdem ist der Belag teilweise sehr schadhaft, weshalb die Autofahrer dort teilweise nur 50 Stundenkilometer fahren dürfen. Bis sich die Verhältnisse auf der Strecke ändern, wird es jedoch noch mindestens drei Jahre dauern.

Rund 8,9 Millionen Euro wird der Ausbau der Kreisstraße nach einer Schätzung des Landratsamtes kosten. Wenn die Planung mit den Gemeinderäten von Aidlingen und Grafenau abgestimmt ist, wird es Bürgerinformationsveranstaltungen zu dem Ausbau geben. Bis zum Sommer in einem Jahr will die Kreisverwaltung dann die Unterlagen für Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens erarbeiten. Für dieses Verfahren ist mit einer Dauer von mindestens einem Jahr zu rechnen. Der Kreis hofft auf Landesmittel in Höhe von 50 Prozent der Kosten für den Straßenbau.

Die Grünen warnen vor mehr Verkehr

Das Landratsamt hat den Kreisräten eine Straßenbreite von 6,50 Meter empfohlen. Eine geringere Straßenbreite sei nicht verkehrssicher, da beispielsweise die Breite von Linienbussen einschließlich der Außenspiegel knapp drei Meter betrage. Lastwägen sind nicht viel kleiner. Die zukünftige Freigabe der K 1063 sei darüber hinaus ein maßgeblicher Bestandteil für die Förderung durch das Land. Bei einer Straßenbreite von sechs Metern müsse davon ausgegangen werden, dass die Fahrbahnränder der Verkehrsbelastung nicht dauerhaft standhalten könnten, heißt es in der Vorlage des Landratsamtes. Deshalb sei bald mit neuen Schäden zu rechnen.

Neben der Straßenverbreiterung ist außerdem geplant, die Einmündung der Kreisstraße nach Lehenweiler für Linienbusse verkehrsgerecht auszubauen. Die Kuppe kurz vor Dätzingen soll entschärft werden, indem die Trasse ins Tal verlegt und sowohl Erde aufgeschüttet als auch abgetragen wird. Einen Radweg entlang der K 1063 wird es nicht geben. Die Grünen warnen davor, dass die Straße durch den Ausbau attraktiver wird und täglich bis zu 15.000 Personenwagen und 300 Lastwagen anziehen wird.

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