Zurzeit baut die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ihre 26 Gebäude klimafreundlich um. Die Nachhaltigkeitsstrategie wird auf unterschiedlichen Ebenen umgesetzt.
Ihre 26 firmeneigenen Gebäude im Kreis Esslingen modernisiert die Kreissparkasse zurzeit nicht nur. „Es geht um die Dekarbonisierung“, bringt Burkhard Wittmacher, der Vorsitzende des Vorstands, das Ziel auf den Punkt. Das Großprojekt kostet mehr als 37 Millionen Euro. Der Umbau der Immobilien ist ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie der Sparkasse. Allerdings zeigte Wittmacher aber auch Grenzen auf: „Wir lassen beim Thema Nachhaltigkeit die Kirche im Dorf.“
Was meint er mit dieser Einschränkung? Bei der Kreditvergabe etwa versuchten die Berater zwar, die Finanzströme in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. „Das ist unser wichtigster Hebel“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Dennoch gelte es, die Möglichkeiten der Geschäftskunden im Blick zu behalten, etwa in der Landwirtschaft. Wittmacher legt großen Wert darauf, die Mitarbeitenden so zu schulen, dass sie der Kundschaft die Vorzüge nachhaltigen Wirtschaftens vor Augen führen. Die Nachhaltigkeitsstrategie lässt sich aus seiner Sicht nur umsetzen, wenn dabei alle an einem Strang ziehen.
Als größtes Projekt hat die Dekarbonisierung für den Vorstandschef einen hohen Stellenwert. Dieses Projekt ist in den Filialen in Notzingen, Altbach, Denkendorf, Weilheim und Wendlingen besonders weit gediehen. „Wir haben individuelle Lösungen für jeden Standort ausarbeiten lassen“, sagt Wittmacher. Neben dem Austausch von Fenstern werden Solaranlagen auf die Dächer gesetzt. Außerdem werden die Heizsysteme ausgetauscht. Je nach Standort wird dabei auf Geothermie oder auf Wärmepumpen gesetzt. Bei diesen klimafreundlichen Heizsystemen sieht Wittmacher auch die Vorbildfunktion der Kreissparkasse.
Die Kundschaft bei energetischen Projekten unterstützen
„Unsere Kundschaft, die ihre Häuser energetisch sanieren muss, unterstützen wir auf mehreren Ebenen“, sagt Frank Dierolf, der Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse ist. Neben gezielter Beratung über die Fördermöglichkeiten hat die Bank im Kreis Esslingen auch einen S-Klima-Kredit eingeführt, mit dem unbürokratisch energetische Projekte finanziert werden können. Außerdem plant das Unternehmen ab diesem Jahr in Kooperation mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen eine Reihe von Informationsveranstaltungen, die sich mit energetischen Projekten beschäftigen. Der Start ist am 15. Mai in der Hauptstelle in Kirchheim. Den Umbau dieses Gebäudes will das Unternehmen zum Teil mit Holz realisieren; da steht die Entscheidung noch aus.
Flächendeckendes Filialnetz bleibt wichtig
Bei der Nachhaltigkeitsbeauftragten Svenja Schall, die seit 2020 bei der Sparkasse arbeitet, laufen die Aktivitäten für die Nachhaltigkeit zusammen. Das ist für Wittmacher mehr als ein Signal, „wir wollen eine zweite Stelle schaffen.“ Zu dem Thema gehört für Wittmacher auch, dass sich die Kreissparkasse zum „flächendeckenden Filialnetz“ bekennt. Während viele Banken ihre Filialen schließen, betreibt die Sparkasse im Kreis Esslingen noch 63 Filialen und 30 SB-Stellen. Außerdem habe das Unternehmen 13 Kooperationen mit den Volksbanken Mittlerer Neckar und Filder auf den Weg gebracht, um das Angebot vor Ort zu erhalten. Das persönliche Kundengespräch ist für Wittmacher auch „ein Zeichen nachhaltigen Wirtschaftens.“ Außerdem hat die Kundschaft mit einem elektronischen Postfach die Möglichkeit, ohne Papier Bankunterlagen zu archivieren. Nachhaltigkeit beginnt für den Vorstandschef jedoch bei der Personalpolitik: Deshalb ist es ihm wichtig, Diversität und Chancengleichheit bei den Mitarbeitenden gezielt zu fördern.