Busse sollen durch Ampelschaltungen Vorfahrt bekommen. Foto: Werner Kuhnle

Fünf Ampeln im Raum Marbach und im Bottwartal sind betroffen: Kreisräte haben neue Schaltungen genehmigt, die Busse im öffentlichen Nahverkehr pünktlicher machen sollen.

Marbach/Bottwartal - Busse stehen im Bottwartal auf der L 1100 zwischen Beilstein und Marbach regelmäßig im Stau. Möglichkeiten, diesen Zustand zu verbessern, hat ein Gutachten der Nürnberger PB Consult aufgezeigt, das als erste Maßnahme die Vorfahrt für Busse durch entsprechende Ampelschaltungen bei Marbach und Murr vorgeschlagen hatte.

 

Am Montag wurde im Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages ein weiteres Gutachten vorgestellt, das die Möglichkeiten für eine Busbeschleunigung im ganzen Landkreis Ludwigsburg mit Ausnahme der Stadtgebiete Ludwigsburg, Kornwestheim und Bietigheim-Bissingen sowie des Bottwartals unter die Lupe genommen hatte. Dabei wurde als Maßnahme, die schnell zu realisieren ist, die Umrüstung von acht Ampeln vorgeschlagen, von denen fünf in Marbach und im Bottwartal stehen.

Im Einzelnen handelt es sich um die Ampeln in der Rielingshäuser und Erdmannhäuser Straße in Marbach, die Ampel an der Oehler-Kreuzung, die Ampel bei der Kreuzung der Landesstraßen 1100 und 1138 in der Nähe des Gruppenklärwerks Häldenmühle bei Benningen und vor der Bergkelterkreuzung in Murr. Erforderlich sei dafür eine Aktualisierung der so genannten Meldepunkte, erklärte Axel Meier, der Fachbereichsleiter Verkehr des Landratsamtes Ludwigsburg den Gremiumsmitgliedern. „Die Bordsysteme aller Busse im Landkreis Ludwigsburg, die ihre Positionen via GPS senden, erkennen die Meldepunkte der Ampeln und schicken diesen ein so genanntes Telegramm“, erläuterte Axel Maier. Die Ampeln würden den Bussen dann Vorfahrt vor den Autos einräumen und für die Busse zügig auf grün schalten. Die Kosten für die Aufrüstung der acht Ampeln betrügen rund 40 000 Euro.

Diesem Vorschlag stimmten die Kreisräte einstimmig zu. „Wir müssen in Sachen Busbeschleunigung jetzt Gas geben“, forderte Kreisrat Hans Schmid (CDU). 40 000 Euro für acht Ampeln seien fast eine Bagatelle, um Busse wieder pünktlicher zu machen. Unterstützung bekam er von Gerhard Jüttner (SPD): „Nur wenn der öffentliche Personennahverkehr attraktiv ist, wird er auch genutzt“, sagte er.

In dem neuen Gutachten für die Busbeschleunigung im gesamten Landkreis Ludwigsburg hat das beauftragte Büro TTK aus Karlsruhe verschiedene Störungsschwerpunkte identifiziert und Empfehlungen gegeben.

Diese reichten von einer Überprüfung der Bus-Fahrpläne über die Vermeidung von Engpässen durch parkende Autos bis zu baulichen Veränderungen beispielsweise bei Wendeschleifen. In einem nächsten Schritt sollen die Ergebnisse mit den betroffenen Kommunen besprochen werden. Der Landkreis will sich finanziell bei allen Maßnahmen zur Busbeschleunigung mit 50 Prozent beteiligen.