Landrat Roland Bernhard zeigt sich bester Laune bei seiner Stippvisite auf der CMT. Foto: Stefanie Schlecht

Mit dem Schönbuch und dem Heckengäu wirft der Landkreis zwei touristische Schwergewichte in die Waagschale. Und auch die Städte werben auf der Stuttgarter CMT mit ihren Reizen.

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Getreu dem an Goethes Gedicht „Erinnerung“ angelehnten Zitat rührt Landrat Roland Bernhard am Montagmittag die Werbetrommel für Ausflugsziele vor der sprichwörtlichen Haustüre – und zwar dort, wo aktuell das Herz der Tourismus- und Freizeitbranche schlägt: auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart. Unterstützt wird er dabei von Mitgliedern des Chores des Landratsamts, begleitet von Heinz Bäder, auf seinem diatonischen Akkordeon. So wird zusätzliche Aufmerksamkeit im regen Besucherstrom zwischen den Messeständen auf die Kreis-Präsenz gelenkt.

 

„Wir sind ein Hightech-Landkreis, aber bei und steppt auch der Bär in Sachen Tourismus.“

Roland Bernhard, Landrat

„Wir sind ein Hightech-Landkreis, aber bei und steppt auch der Bär in Sachen Tourismus“ sagt Roland Bernhard am Landkreis-Stand. Dort rückt bereits zum 15. Mal die Tourismusinitiative „Natur. Nah. Schönbuch. Heckengäu“ die, wie Bernhard betont, „zwei Landschaftsräume, die unseren Landkreis prägen“ in den Fokus: „Es gibt nichts Schöneres, als dort zur Ruhe zu kommen und zu entschleunigen und die herrliche Natur zu genießen“, was vor allem für Tagestouristen interessant sei. Daher steht das vielfältige Angebot rund um Radeln und Wandern in Schönbuch und Heckengäu im Mittelpunkt – und dort insbesondere die Sculptoura, über die es einen neuen, gut achtminütigen Imagefilm gibt (abrufbar über: schoenbuch-heckengaeu.de/sculptoura). Die einzigartige Freiluftgalerie, die einst als einmaliges Event 2014 gestartet ist, verbindet inzwischen auf rund 66 Kilometern Länge Natur, Kunst und Bewegung. „Wir haben aber Großes vor“, verrät der Landrat: „Wir wollen Richtung 100 Kilometer kommen“, informiert er über Überlegungen, den Weg innerhalb und außerhalb des Landkreises zu erweitern.

Direkt neben dem Landkreis sind auch die Städte Sindelfingen und Böblingen die gesamte Messedauer über mit einem gemeinsamen Stand in der Oskar Lapp Halle (6) bei der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH vertreten und werben mit der ganzen Vielfalt an Kultur, Freizeit- und Erlebnisangeboten. Ebenso haben die Städte Leonberg und Herrenberg dort ihren Auftritt in der Nachbarschaft. Besondere Aufmerksamkeit zieht die Gäustadt dabei erneut nicht nur mit den Kayher Trachten auf sich, in denen sich einige Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins des Herrenberger Teilorts zeigen, sondern auch mit den flüssigen Köstlichkeiten – edle Destillate und verschiedene Seccos, auch alkoholfrei – die sie kredenzen. „Es macht jedes Jahr viel Spaß, auch weil man viele Leute kennenlernt“, freut sich Vereinsmitglied Rosalinde Schnell über die positive Resonanz.

Der Heimat-, Geschichts- und Trachtenverein Kayh präsentiert edle Brände. Foto: Stefanie Schlecht

Um sich selbst einen Eindruck darüber zu verschaffen, wie der Auftritt ihrer Städte ankommt, sind zeitgleich mit dem Landrat auch Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith, sein Leonberger Amtskollege Tobias Degode und Böblingens Erster Bürgermeister Tobias Heizmann vor Ort. Für den späteren Montagnachmittag hatte sich zudem Sindelfingens Oberbürgermeister Markus Kleemann angekündigt, um sich am Stand der Stadt mit den Besuchern auszutauschen. Aber auch weitere Bürgermeister aus dem Kreis, deren Kommunen keine eigene Messepräsenz haben, nutzen wie Magstadts Florian Glock und Gärtringens Thomas Riesch den Termin, um sich über den Auftritt des Landkreises zu informieren, und auch um vielleicht bei der ein oder anderen Region „zu spickeln“, was es dort Spannendes gibt, wie Aidlingens Bürgermeisterin Helena Österle verrät.

Eine Info, die sie auf jeden Fall mitnehmen können: Flyer in Papierform sind nach wie vor sehr gefragt, wie sowohl Martina Thanner von Stabstelle Wirtschaft und Tourismus im Landratsamt Böblingen und auch Illja Widmann, die das Stadtmuseum und das Weberei-Museum in Sindelfingen leitet, von ihren Beobachtungen an beiden Ständen berichten. „Die Leute wollen daheim noch mal in Ruhe stöbern“, meint Martina Thanner. Eine Erfahrung, die auch Elena Hocke macht. Die Leiterin des Herrenberger Fruchtkastens, der aktuell noch zum multifunktionalen Haus, unter anderem mit einer Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, umgebaut wird und im Sommer öffnen soll, freut sich ebenfalls über das Besucherinteresse. „Ich musste schon mehrmals nachlegen“, berichtet sie – und meint den gedruckten Flyer über das zukünftige Angebot.

Die CMT in den Messehallen Stuttgart geht noch bis zum Sonntag, 25. Januar. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr.