Ein Luftduell im Spitzenspiel zwischen Beograds Veljko Burazor (links) und Münsters Ferid Schauki Djelassi. Foto: Günter Bergmann

Wests Spielertrainer Goos verabschiedet sich nach der ersten Hälfte in den Urlaub, Uhlbachs-Trainer Menger hat verlängert und die SportKultur plant bereits für die Kreisliga B.

Der Spitzenreiter Beograd Stuttgart hat den Verfolger TSV Münster in die Schranken gewiesen und nun acht Punkte Vorsprung. Derweil rückt das Geschehen im Tabellenkeller durch den erneuten Sieg des TSV Mühlhausen noch enger zusammen. Dies und noch mehr ereignete sich am 24. Spieltag der Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, Stuttgart/Böblingen.

 

 TSV Münster – Beograd Stuttgart 0:4 Das Gipfeltreffen Erster gegen Zweiter, bei dem beide Seiten unbedingt gewinnen wollten, hört sich nach einer deutlichen Angelegenheit für den Klassenprimus an. Laut Beograds Coach Ratko Milic war es das auch, aber erst nach zehn Minuten. „Zuvor hatten wir zweimal Glück, dass unser Torhüter Admir Fajic stark pariert hat.“ Jeweils scheiterte Münsters Kapitän Daniel Weiß. Danach hätte seine Mannschaft die Initiative ergriffen, sei durch einen gerechtfertigten Handelfmeter, verwandelt von Top-Torjäger Nikola Lakovic, dann auch verdient in Führung gegangen und habe das Geschehen anschließend souverän beherrscht, so Milic.

Münsters Coach Angelo Nigro stimmt seinem Amtskollegen Milic in Sachen Elfmeter zu, ansonsten nicht. „Unser Verteidiger Vadim Kromm ist reingerutscht und bekam den Ball an die Hand, also korrekte Entscheidung“, bestätigt er. „Doch unmittelbar vor der Pause müssen wir zum 1:1 ausgleichen.“ Marko Sorgic, ansonsten ein Toregarant, lief alleine aufs Gästetor zu, schoss den Ball aber neben das Gehäuse „Auch nach der Pause hatten wir die ein oder andere Chance, doch das 0:2 hat Spuren hinterlassen“, konstatiert der TSV-Coach. Erneut hieß der Torschütze Lakovic, der kurz vor dem Abpfiff noch den Hattrick perfekt machte.

Beograds Schlussmann Admir Fajic mit einer Parade. Foto: Günter Bergmann

Zuvor sorgte Phil Schmidt für das zwischenzeitliche 3:0 des Spitzenreiters, der laut Milic, endgültig zu seiner Siegermentalität zurückgefunden hat. Gleichwohl er selbst bei nun acht Punkten Vorsprung auf Türkspor und Münster nicht vom Titel spricht. „Die volle Konzentration liegt weiterhin auf jedem einzelnen Spiel.“

Der TSV Münster ist nach der Niederlage gegen Türkspor und nun gegen Beograd auf Platz drei zurückgefallen. „Wir dürfen uns nun keinen Ausrutscher mehr leisten und müssen hoffen, dass Türkspor patzt. Mehr können wir nicht machen“, erklärt Nigro.

 Tore: 0:1 Nikola Lakovic (33./Handelfmeter), 0:2 Lakovic (49.), 0:3 Phil Schmidt (63.), 0:4 Lakovic (90.).

Besonderes: –

TV Zazenhausen – Türkspor Stuttgart 0:6

Ein 3:3 gegen den TSV Uhlbach und eine Woche später, am 15. März, eine 3:6-Pleite gegen den SV Prag. Das hochgehandelte Team von Türkspor Stuttgart war am Tiefpunkt angelangt, die Aufstiegsambitionen schienen immer mehr zu schwinden. Zum Spitzenreiter Beograd waren es zehn Punkte, auf den Aufstiegsrelegationsplatz, wo der TSV Münster stand, immerhin auch noch satte acht. Es war die Zeit zum Klartext reden und anscheinend hat der Verein beziehungsweise Trainer Memik Erdogan die richtigen Worte gefunden. „Es musste den Jungs klar werden, dass wir nur mit Fußball spielen nicht weiterkommen, sondern auch Fußball arbeiten müssen“, sagt Erdogan zurückblickend. Und siehe da, das Team beherzigte das und ist inklusive der Zazenhausen-Partie seit sechs Spielen verlustpunktfrei – und das bei einem Torverhältnis von 39:5. Was aber für das Team vom Neckarpark am bedeutendsten ist: Nach der erneuten Niederlage des TSV Münster hat man nach Punkten mit diesem gleichgezogen, ihn aufgrund des um 24 Treffer besseren Torverhältnisses überholt und steht auf dem wichtigen Platz zwei. Ob es nach ganz vorne noch reicht? Acht Punkte bei noch sechs Spielen sei schon ganz schön viel, Beograd könne sich ja gleich zwei Ausrutscher leisten und wäre dann immer noch vorne, sagt der Türkspor-Coach und will „von Spiel zu Spiel“ schauen.

Die Übermacht der Gäste musste am Sonntag denn auch der TV Zazenhausen anerkennen. „Schon brutal, was für krass gute Spieler die in ihren Reihen haben“, konstatiert Zazenhausens Coach Stefan Schuon, der gefühlt „95 Prozent gegnerischen Ballbesitz“ gesehen hat, sich aber von den Seinen „etwas mehr Gegenwehr“ gewünscht hätte. Die üblichen Verdächtigen – Emir Dogansoy und Shkemb Miftari – schnürten jeweils den Doppelpack, Can Camkerten trug sich auch in die Torschützenliste ein. Ebenso feierte Alexander Grigoras, im Winter vom TSC Kornwestheim gekommen, sein Toredebüt im Türkspor-Trikot. Für Erdogan ein besonderer Treffer: „Der Linksverteidiger Alper Özbay hat dem Rechtsverteidiger Grigoras aufgelegt.“

Tore: 0:1 Emir Dogansoy (15.), 0:2 Shkemb Miftari (30.), 0:3 Dogansoy (38.), 0:4 Miftari (48.), 0:5 Can Camkerten (86.), 0:6 Alexander Grigoras (88.).

Besonderes: –

SportKultur Stuttgart – SG Weilimdorf 0:1

„Das ist der Unterschied, wenn du hinten stehst“, sagt Ender Mermer, der Coach der SportKultur. Während seine Truppe durchaus die ein oder Chance zum Tor gehabt habe, aber wieder einmal ohne Erfolg blieb, hätten die Gäste aus dem vorderen Tabellenbereich eben eine Situation genutzt, so Mermer weiter.

Besagtes entscheidendes Tor fiel drei Minuten vor Schluss und war herrlich zudem. Shawn Christiansen traf „per strammem Freistoß aus 25 Metern unhaltbar in den Winkel“, sagt sein Trainer Tilmann Janik. Es hätte aber wohl an diesem Tag solch ein Ding gebraucht, denn trotz besseren Chancen als die Hausherren „hätten wir wohl sonst nicht getroffen“. Derweil gibt es von Janik ein Sonderlob für den Vorletzten: „Das Team spielt alles andere als ein möglicher Absteiger, hat uns alles abverlangt.“

Mit dem Thema Abstieg hat man sich bei der SportKultur aber schon abgefunden. „Wir planen für die Kreisliga B, sind unter anderem auch auf der Suche nach Stürmern“, verrät Mermer. Und auf der Suche nach einem neuen Coach. „Von vorne herein war klar, dass ich das Amt nur eine Saison ausüben werde.“

Die SG Weilimdorf hat indes mit Entzücken von der Niederlage des Ex-Vize Münsters im Gipfeltreffen gegen Beograd Kenntnis genommen. „Gewinnen wir nächste Woche eben gegen Münster, können wir an ihnen vorbeiziehen und weiter auf den zweiten Platz hoffen“, sagt Janik.

Tore: 0:1 Shawn Christiansen (87.).

Besonderes: –

 SV Prag – TSV Uhlbach 1:3

Beide Teams waren vor der Partie punktgleich und hatten gerade mal ein Fünf-Punkte-Polster auf den Relegtionsplatz. Dementsprechend stand für beide Seiten viel auf dem Spiel. Dass die Götzenberg-Kicker den Platz letztlich als Sieger verlassen, war für deren Spielertrainer Joshua Menger nicht überraschend. Denn: „Immer wenn wir unter Druck stehen, liefert die Mannschaft, ist sie konzentriert und bringt die nötige Einstellung und den Willen auf den Platz“, sagt er. Dementsprechend sei man gegen Prag auch spielerisch sehr gut bis zum Schluss unterwegs gewesen. Jedoch stellt sich Menger, der in Uhlbach um ein weiteres Jahr verlängert hat, die Frage: „Warum nicht immer beziehungsweise öfter so?“

Während die Uhlbacher, bei denen die Torschützen Noah Pilchowski, Marc Thöne, Lucca Ziegler hießen, weiterhin den Abstand auf den Relegationplatz gleich halten konnten, sitzt den Pragern der TSV Mühlhausen auf dem kritischen Platz im Nacken. Zwei Zähler beträgt nur noch der Vorsprung der Truppe um Trainer Frederik Bruder. Dieser sah eine Partie, die durchaus auch anders hätte verlaufen können. Doch generell „konnten wir die Leistungen der Vorwochen vor allem spielerisch nicht bestätigen“, hat er erkannt. Angst und Bange ist ihm dennoch nicht. „Wir verfallen nicht in Panik, machen ruhig weiter und werden auch wieder punkten.“ Das einzige Gästetor markierte Tim Wernecke zur Ergebniskosmetik.

Tore: 0:1 Pilchowski (31.), Thöne (45.), Ziegler (68.), Wernecke (75.).

Besonderes: –

SSV Zuffenhausen – TSV Mühlhausen 1:3

Ein unheimlich wichtiger Sieg gelang dem TSV Mühlhausen im Kampf gegen den Abstieg. „Einerseits haben wir nun bis auf zwei Punkte zum rettenden Ufer verkürzt, andererseits die anderen Mannschaft davor bei fünf Punkten gehalten und sie damit weiter unter Druck gesetzt“, weiß Mühlhausens Übungsleiter Armend Mehmeti. Mit der Leistung seiner Mannschaft war er auch hoch zufrieden. Anders der spielende Trainer des SSV Zuffenhausen und Kapitän Nevzat Dursun: „Mühlhausen hat alles reingehauen, wollte einfach mehr, während bei uns nichts ging, weder spielerisch, geschweige denn kämpferisch.“ So sei der Gästesieg auch verdient gewesen.

Wobei auch Mehmeti weiß, dass die Partie hätte in der Schlussphase nochmals kippen können. Nach Toren von Doppelpacker Kevin Krewenka und Denes Saritas sowie dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich von Oktay Yilmaz stand es nach 73 Minuten 3:1 für die Gäste. Sieben Minuten vor Schluss entschied der Unparteiische auf Elfmeter für die Hausherren. Erdem Akcan, sonst ein sicherer Schütze, schoss das Spielgerät aber gegen die Latte. Durchatmen bei Mühlhausen. „Trifft er, dann hätte es noch eine ganz enge Kiste für uns werden können“, weiß Mehmeti.

Tore: 0:1 Kevin Krewenka (32.), 1:1 Oktay Yilmaz (39.), 1:2 Krewenka (50.), 1:3 Denes Saritas (73.).

Besonderes: Zuffenhausens Akcan schießt Foulelfmeter an die Latte (80.).

SC Stammheim – Sportvg Feuerbach 1:5

Grundsätzlich war es eine klare Angelegenheit für den Tabellensechsten aus Feuerbach gegen das Schlusslicht. Dennoch war Talkrabben-Coach Sven Damnig nicht ganz zufrieden mit seinem kickenden Personal. „Teilweise waren wir zu schlampig, haben vor dem Tor zu lässig und ungenau operiert“, so der Feuerbacher Coach. Zudem habe sein Team vor der Pause Glück gehabt, als die Gastgeber zwei gefährliche Situationen hatten, bei einer der Unparteiische auf Abseits entschieden habe. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste durch zwei Tore von Marin Pranjic mit 2:0. Die Vorlage zum 1:0 kam per Eckball vom A-Jugendlichen Guga Iosava, der auch sonst eine gute Leistung gezeigt habe, lobt Damnig.

Nach der Pause erhöhten die Gäste erneut durch Pranjic, Eric Gursch und Omar Srihi auf 5:0. Letzterer herrlich mit einem strammen 16-Meter-Schuss in den Winkel. Den Ehrentreffer für die tapferen Stammheimer erzielte Naba Palenfo.

Tore: 0:1 Marin Pranjic (5.), 0:2 Pranjic (15.), 0:3 Omar Srihi (62.), 0:4 Eric Gursch (68.), 0:5 Pranjic (75.), 1:5 Naba Palenfo (77.).

Besonderes: –

 SG West – TV89 Zuffenhausen 4:1

Mit Problemen hatte Wests Spielertrainer Benedikt Goos bereits vor der Partie zu kämpfen. Wie sag’ ich es meiner Freundin, dass ich eine Hälfte lang spielen will und wir erst dann nach Italien in Urlaub fahren?, erzählt Goos lachend. Große Diskussionen habe es aber nicht gegeben. Ihm kam zugute, dass „meine Freundin selbst Fußball spielt und deshalb Verständnis hatte“, klärt er auf.

Nach 45 Minuten war denn für Goos auch tatsächlich Schluss, konnte er sich getrost ins Auto setzen. Zu diesem Zeitpunkt führte sein Team durch die Treffer von Luis Henke und einem verwandelten Foulelfmeter von Mario Fetsch mit 2:0. „Eine starke erste Hälfte mit einer verdienten Führung.“ Kurz wackelten die Hausherren noch, hat sich Goos berichten lassen, als nach 60 Minuten Thorben-Yanick Nallinger per abgefälschtem Schuss verkürzte. Doch zwei Minuten später stellte Nico Müller den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Kurz vor dem Ende besorgte erneut Müller den Treffer zum 4:1-Endstand. Großes Durchatmen damit bei den Westlern. „Es hat gut getan, dass wir nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur gefunden haben“, weiß Goos. Zumal die Konkurrenz im Tabellenkeller auch gepunktet hat, der Vorsprung auf den Relegationsplatz somit weiterhin fünf Punkte beträgt.

Dem TV89 Zuffenhausens, verortet auf einem gesicherten Mittelfeldplatz, sieht man laut Trainer Umut Yürük die Perspektivlosigkeit an. „Wenn man nur mit halber Kraft spielt, gewinnt man solche Spiele eben nicht“, bedauert Yürük, der einmal mehr die Einstellung seiner Truppe kritisiert. Denn gegen schwächere Gegner versuche es seine Mannschaft aktuell im Schongang, was meist schief gehe, „gegen die Teams vor uns, stimmt plötzlich die Leistung und wir punkten“.

Tore: 1:0 Henke (18.), 2:0 Fetsch (39./Foulelfmeter), 2:1 Nallinger (60.), 3:1 Nico Müller (62.), 4:1 Müller (87.).

Besonderes: –

TSV Weilimdorf II – TB Untertürkheim 1:2

Vor vier Wochen feierte die Verbandsliga-Reserve aus Weilimdorf einen 4:1-Erfolg über die SG West und stand als Aufsteiger mit 31 Punkten und Platz sechs glänzend da. Zum kritischen Relegationsplatz hatte das Team von Trainer Jürgen Zeyer eine Kluft von elf Punkten. Nun, vier Wochen und vier Niederlagen später, sieht die fußballerische Welt weniger freundlich für die Nord-Stuttgarter aus. Der Zähler steht weiter bei 31 und der Vorsprung auf den gefährlichen 13. Rang ist auf fünf Zähler geschrumpft. Der TSV braucht die Wende, am besten am kommenden Sonntag in der Partie bei der Sportvg Feuerbach. Dabei sah es nach dem Gästetor von Michael Höschele und dem Ausgleich von Denis Windhager lange nach einem Teilerfolg für Weilimdorf aus. Doch dann traf Höschele erneut – und zwar in der vierten Minute der Nachspielzeit. Der TBU hat eindrucksvoll bewiesen, dass man sich noch nicht aufgegeben hat. In der Rückrundentabelle steht man aktuell mit 17 Punkten auf Platz sechs. Jedoch ärgerlich für die Kicker vom Gehrenwald: Der TSV Mühlhausen auf dem Relegationsplatz punktet auch munter, so dass der Rückstand weiterhin fünf Punkte bei noch sechs ausstehenden Spielen beträgt.

Tore: 0:1 Höschele (53.), 1:1 Windhager (62.), 1:2 Höschele (90. + 4).

Besonderes: –