Unschönes Ende in Harthausen: Ramzy Jeff Djan, 49-facher Torschütze der vergangenen Saison, ist raus. Foto: Archiv Yavuz Dural

„Ein anhaltendes Disziplinproblem“ – für Ramzy Jeff Djan ist Schluss beim Kreisliga-A-Aufsteiger.

Harthausen - Unter jenen Beobachtern der Szene, die nicht über vereinsinterne Insiderkenntnisse verfügen, mag sich der ein oder andere bereits gewundert haben. 16 Treffer haben die Kreisliga-A-Fußballer des TSV Harthausen in dieser Saison schon erzielt – 16 Namen von Torschützen also. Jedoch: kein einziges Mal Ramzy Jeff Djan. Ladehemmung demnach beim Toptorjäger der Vergangenheit? Oder eine verletzungsbedingte Pause vielleicht? Der wirkliche Hintergrund ist ein anderer, wie der Verein nun auf Nachfrage mitteilt: Den Spieler Djan gibt es gar nicht mehr beim Filderclub. Aus und raus – der Aufsteiger hat dem 22-Jährigen den Laufpass gegeben. „Er ist ein Klassestürmer, hat aber leider ein Disziplinproblem“, sagt der Trainer Sascha Gavranovic.

Für Gavranovic bleibt „auch eine persönliche Enttäuschung“

Schon in der vergangenen Saison waren den Harthausener Verantwortlichen „immer wieder unentschuldigte Fehlzeiten“ ihres Angreifers sauer aufgestoßen. Mehrere Gespräche habe man mit dem Spieler darauf geführt. Die Begebenheit, die das Fass zum Überlaufen brachte, folgte im Vorfeld der aktuellen Runde. An zwei Tagen eines Turniers kam Djan laut Gavranovic einmal zu spät zur Mannschaftsbesprechung und einmal überhaupt nicht. Die Begründung: „Verschlafen.“ Damit war's genug und zog man im Brandfeld die Konsequenzen: nämlich mit dem Rauswurf jenes Spielers, der im Aufstiegsjahr bemerkenswerte 49 Tore beigesteuert hatte. Andernfalls, sagt Gavranovic, „hätte ich als Trainer irgendwann mein Gesicht verloren“.

Was bleibt, ist „auch eine persönliche Enttäuschung“ bei ihm. Vor allem der Coach hatte sich vor eineinhalb Jahren bemüht gehabt, seinen einstigen Calcio-Schützling nach Harthausen zu lotsen. Gelungen war dies letztlich dehalb, weil der Verein Djan eine Ausbildungsstelle im Unternehmen eines Sponsors besorgte.

Djans Ex-Klub hat bereits Interesse an einer Verpflichtung bekundet

Wie es sportlich weitergeht? Dass Djan „eine Lücke hinterlässt“, steht für Gavranovic außer Frage. Dafür müssten nun andere Spieler des Kaders in die Bresche springen. Und Djan selbst? Sucht sich wohl einen neuen Verein – bei dem er dann allerdings erst von Januar an einsatzberechtigt wäre. Bereits angeklopft hat sein vorheriger Club, der 1. FC Lauchhau-Lauchäcker.

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